Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 6 – Der Stamm

Endlich – ich habe endlich eine der tollen Vorgaben von Jette beendet. Ich hatte sie letztes Jahr schon mit Hand geschrieben und gestern endlich am PC beendet. Bis dahin lag der Block ewig herum und ich habe mich um das Abtippen gedrückt. So gut das Handschreiben für das Gedächtnis ist – so schlimm ist es für den inneren tippfaulen Schweinehund. Aber es ist geschafft. Ich habe eine Geschichte zu DIESER Vorlage geschrieben.

Schreib-mit-mir Teil 6

Setting:

Dein/e Protagonist/in ist Teil eines Kriegerstammes mit eigener Kultur. Sie sind abgeschnitten von anderen Stämmen. Ihre Welt ist weitläufig und einsam. Ein Ereignis verändert alles in seinem/ihrem Stamm. Was für eine Kultur hat der Stamm? Welches Ereignis beeinflusst ihre Kultur?

Gegenstände:

Waffen, Wohnstätten, Kleidung

Personen:

Krieger, Nahrungssucher/hersteller

 

Mohigan stand auf dem Felsen und betrachtete die weiträumige Wildnis. Er erinnerte sich noch, als er ein junger einsamer Wolf war. Er und seine Geschwister rannten und balgten sich. Sie waren so unbedarft – alles konnten sie erreichen – alle könnten sie besiegen. Dann kam die Finsternis über sie. Die Tiere auf zwei Beinen fielen in ihr Territorium ein. Sie kamen mit stinkenden Waffen. Und seine Brüder, Schwestern, Freunde und auch seine Eltern starben.

Mohigan folgte der stinkenden Fährte der Zweibeiner. Er konnte sehen, wie das wunderschöne Fell seiner Mutter zu Kleidung wurde.

Sie waren schon sehr lange abgeschnitten von anderen Rudeln. Sie waren immer schon Krieger. Aber sie liebten den Frieden und hatten sich so weit wie möglich zurück gezogen.  Er blickte hinunter auf ihre Wohnstätte. Die jungen Welpen rangelten und balgten sich. Die Weibchen kümmerten sich um die Aufzucht. Aber es war nun soweit. Sie mussten sich von den Lefzen der Wölfinnen lösen. Sie sollten zu Kriegern und Jägern ausgebildet werden. Sie waren keine Nahrungshersteller – sie suchten nach Nahrung. Der Winter näherte sich und sie müssten sich beeilen. Sie legten ja keine Vorräte an. Sie waren wilde Tier und keine süßen Eichhörnchen – die sehr lecker waren.

Er beobachtete seine Gefährtin Naima. Seine große Liebe und eine Künstlerin im Kampf. Es gab Gerüchte – Die Vögel pfiffen es von den Ästen- der verfeindete Rudel rückte näher – der Mensch breitete sich immer weiter aus – und als Tötungsmaschinen vertrieb er einfach alle Lebewesen. Mohigan wusste nicht ob er kämpfen oder verhandeln sollte.

Kuru stand vor ihm. „Mohigan, es wird Zeit für den Rat. Sie warten schon.“ Mohigan schüttelte sich und folgte Kuru. Da waren sie. Der Kriegsrat. Akuya, Larentia, Kuru, Varg. Die ältesten Mitglieder des Rudels. „Freunde, ihr habt es vernommen, das Rudel von Gumrolf nähert sich unserem Revier. Gumrolf gehört nicht gerade zu den Rednern. Er ist ein Kämpfer und wollte schon früher das Rudel übernehmen. Wir müssen vorbereitet sein.“ Ein Raunen ging durch die Runde. Varg erhob sich. „Mohigan, wir wollen auch nicht verhandeln. Gumrolf wird uns angreifen und sollte er siegen tötet er die Welpen, dich und vielleicht Naima, wenn sie sich sträubt seine Alpha zu werden. Er wird uns alle zu Omegas machen und wir werden verhungern.“ „Ja das geht nicht, wir gehören nicht zu denen, die sich unterdrücken lassen.“ Die Wölfe redeten aufgeregt durcheinander. Auf einmal trat Taya in die Mitte. Sie war eine junge Wölfin, die Alphaelemente zeigte. Aber sie war noch neu im Rudel.

„Mohigan, glaub mir. Deine Wölfe haben Recht. Ich habe bei Gumrolfs Rudel gelebt und gelitten. Den Wölfinnen geht es dort schlecht. Es sind Barbaren. Es gibt dort keine Alpha. Wir werden ihm ungeschützt ausgeliefert sein. Was meinst du was sie mit Naima machen werden. Wir können das nicht friedlich lösen.“ Mohigan war müde. Zuviel Revierkämpfe hatte er schon ausgefochten. Aber sein Rudel hatte Recht. Er konnte Gumrolf nicht friedlich begegnen. Er würde nie die Grenze respektieren und immer wieder versuchen das Rudel zu übernehmen. Er war hinterlistig. Nein – sie würden kämpfen müssen. „Gut wir kämpfen. Nehmt die jungen Wölfe und trainiert sie. Wir suchen Schutz für die Welpen.“ Der Rat löste sich auf. Mohigan ging zu Naima. Seine hübsche Geliebte schlummerte und die neuen Welpen saugten an ihren Zitzen. So ein friedliches Bild. Das musste er sich einprägen, das war es wofür er kämpfen würde.

„Mohigan ist schon alt. Meint ihr er wird es schaffen gegen Gumrolf zu kämpfen?“ fragte Varg in die Runde. Kura antwortete: „Es könnte sein letzter Krieg werde. „Wer wird dann Nachfolger?“ „Tja, das wird wohl ein nächster Kampf zeigen. Aber noch ist Mohigan nicht geschlagen. Also halt deine Klappe Varg und trainiere die Jungtiere.“ Schnauzte Kura.

Der Frühling kam und mit ihm Gumrolf.

„Hallo Gumrolf. Ich sehe, du hast dein gesamtes Rudel dabei. Willst du uns gleich angreifen?“ Hallo Mohigan – mein Bruder. So lange ist es her und jetzt treffen wir uns so unerfreulich wieder. Ich kenne dich – du willst reden.“ „Nein. Die Zeit zum Reden können wir uns sparen. Da wird nichts dabei rumkommen. Meine Wölfe sind unruhig. Zu langen Frieden bekommt den jungen Tieren nicht – also sollen sie sich ihre Sporen verdienen. Es wird Krieg geben. Einen letzten für uns beide. Auf Leben und Tod. Denn wir sind beide alt und es wird endlich Zeit abzuschließen, was damals seinen Anfang nahm.“ „Also gut Bruder, der nächste Vollmond – da soll es geschehen.“ Die beiden verneigten sich voreinander und verliessen den zukünftigen Austragungsplatz hoch erhobenen Hauptes.

Zurück in der Höhle legte sich Mohigan zu Naima. Sie leckte ihm beruhigend über den Kopf. „Mein Liebster. Ich will mit euch kämpfen. Dass soll unser Krieg und unser Triumph werden. Endlich Vergeltung für uns. Unser Sieg über Gumrolf. „Nein meine Liebste. Das kann ich nicht zulassen. Du musst bei den Neugeborenen bleiben. Sie brauchen ihre Mutter.“ „Wir haben genügend Mütter für sie. Die alten Wölfinnen werden sich bestimmt gut um sie kümmern und sie verstecken. Sollten wir versagen wird ein anderes Alphapärchen sie aufziehen. Sie sind sicher und es war keine Bitte von mir, sondern eine Ansage. „Du bist und bleibst ein Dickkopf meine süße Alpha. Wir waren ein gutes Team.“ „Wir sind ein gutes Team.“ „Ja.“

Die Vollmondnacht näherte sich. Mohigan schlief unruhig und träumte. Er träumte von seiner Jugend. Wie er auf seiner Pirsch einen jungen Wolf traf. Sofort war es um ihn geschehen Er wusste irgendwann hatte er sein eigenes Rudel und dort vorne stand seine Alpha. Seine Seelenverwandte. Als hätte sie seine Gedanken gehört, drehte sie sich zu ihm. Ihre Augen leuchteten und sie neigte den Kopf. Von hinten kamen seine Geschwister angerannt. Gumrolf schupste ihn. „Wow Bruder, was hast du denn für ein Prachtweibchen entdeckt? Da wird mir schon ganz anders um die Lenden.“ „Lass deine Pfoten von ihr. Sie gehört mir.“ „Sie gehört dir? Weiß sie das auch?“

Mohigan drehte sich unruhig im Schlaf. Eine weiter Erinnerung  schlich sich in seinen Traum. Er hatte sich von seinem alten Rudel getrennt. Es war Zeit ein eigenes zu bilden. Seine Geschwister folgten ihm – auch Gumrolf. Aber nur unwillig. Eigentlich wollte er ein Rudel mit den Geschwistern bilden. Aber sie wollten ihm nicht folgen. Mohigan bat Naima seine Alpha zu werden und sie war sofort bereit dazu. Allerdings war ihr die Anwesenheit von Gumrolf  unangenehm. Er betrachtete sie immer lüstern und lauernd.

Es war so weit. Der erste Wurf kam. Sie war so stolz. Mohigan war auf der Jagd und nur die Wölfinnen befanden sich im Lager. Gumrolf nutzte die Abwesenheit der Rüden um das Rudel zu übernehmen. Er hatte in der Zwischenzeit ein Rudel ausgestoßener Wölfe um sich gesammelt. Sie überfielen das Lager. Naima war noch zu schwach von der Geburt. Die Wölfinnen konnten sich nicht gegen die Starken und wilden Rüden wehren.  Die einfallenden Wölfe waren gnadenlos. Die Wölfinnen, die sich wehrten oder Naima beschützen wollten, fanden alle den Tod. Die anderen wurden gewaltsam gebändigt. Naima stellte sich vor ihre Welpen und bettelte um ihr Leben. Gumrolf war eiskalt. Er wäre jetzt neuer Alpha und sie sein Weibchen. Er wollte Mohigan´s Welpen nicht haben. Als sie sich auf ihn stürzen wollte, schlug er sie nieder und tötete ihren ersten Wurf.

Mohigan stand plötzlich im Eingang der Höhle und sah seine Geliebte bewusstlos  und seine Welpen in ihrem Blut liegen. Er stürzte sich auf seinen Bruder. Der Kampf war gnadenlos, aber die beiden Brüder sich ebenbürtig. Der Rest von Mohigan´s Rüden kam an und verjagte die Outlaws. Gumrolf blieb nichts übrig sich zurück zu ziehen. Bis zum morgigen Tag – an dem endlich die Abrechnung kommen würde.

Naima beobachtete den Kampf den ihr Geliebter im Traum ausfocht und schmiegte sich enger an ihn. Augenblicklich beruhigte er sich. Jetzt konnte er traumlos weiter schlafen.

Der Tag des Kampfes – der Abrechnung kam – unerbittlich zwitscherten die Vögel. Sie begrüßten diesen dunkeln Tag freudig. Was sollte an diesem Tag schon fröhlich sein? Naima war besorgt. Mohigan weigerte sich, sie mitzunehmen. Aber sie beharrte darauf. Sie war fit genug und die älteren Weibchen kümmerten sich um ihren Wurf. Sie hatten sich und die kleinen schon in Sicherheit gebracht. Sollte das schlimmste eintreffen und sie versagten – wären wenigstens ihre Welpen in Sicherheit. Sie erinnerte sich mehr als schmerzlich an die letzte Begegnung mit Gumrolf.  Ein Schmerz, an den ein körperlicher Schmerz niemals heran kommen würde. Sie würde auf jeden Fall kämpfen. Denn lieber starb sie auf dem Schlachtfeld, als Gumrolfs Alpha zu werden.

Sie wusste wie grausam dieses Leben sein würde. Gumrolf war kein netter Wolf. Er übertraf jede bekannte Grausamkeit.

Es war Zeit. Sie trafen auf dem Austragungsort ein. Gumrolfs Rudel wartete schon ungeduldig. Mohigan stand auf einem Hügel – Majestätisch. Er blickte auf das gegnerische Rudel – atmete tief ein – befahl sein Rudel dort zu bleiben und auf sein Befehl zu warten.

Er ging hinunter – Gumrolf kam ihm entgegen. Sie umrundeten sich, beschnüffelten sich. Ein grollen drang aus Mohigans Kehle hervor. „Bruder.“ „Bruder“. „So ist es also, der Krieg, der vor Jahren begonnen hat, soll heute sein Ende finden. Soll der Stärkere gewinnen.“ Mohigan antwortete: „Der Stärkere, so sei es. Der Stärkere, das wird sich zeigen. Wir sind beide älter geworden. Älter sollte auch Weißer bedeuten, aber unser Treffen hier, zeigt mir, dass dies nicht der Fall ist. Auf Leben und Tod, mein Bruder.“ „Auf Leben und Tod.“ „Möge der Kampf beginnen.“ „ So sei es.“

Gumrolf und Mohigan bedeuteten beide ihrem Rudel den Start zum Kampf. Lautlos rannten beide Rudel aufeinander zu. Jeder Wolf hatte einen Gegner – sie standen sich gegenüber, umrundeten sich, wägten die Stärke des Gegenüber ab und dann ging es los. Wolf gegen Wolf. Bruder gegen Bruder. Ein Kampf auf Leben und Tod.

Es dauerte nicht lange und die ersten schwer verletzten zogen sich aus beiden Rudeln zurück. Naima kämpfte um ihr Leben, um das ihrer Welpen und um das ihrer Liebe. Sie war nicht bereit eines davon aufzugeben. Ab und zu gelang es ihr einen Blick auf Gumrolf und Mohigan zu werfen. Die beiden kämpften wie besessen. Ebenbürtig. Sie waren etwa gleich stark. Es würde hier nur um die Ausdauer gehen. Sie wusste, dass Mohigan in letzter Zeit schwächer wurde. Er hätte es nie zugegeben. Aber sie wusste, dass er sich darauf vorbereitete, von einem jüngeren Wolf als Alpha abgelöst zu werden. Sie würde ihn nie verlassen. Sie würden einfach ein kleines Rudel mit alten und schwachen Wölfen um sich sammeln und ihrem Ruhestand entgegen gehen. Dafür würde sie kämpfen. Es kam nicht in Frage, dass sie hier ihren Seelenverwandten verlieren würde. Ein letzter Hieb, ein Biss in die Kehle und ihr Gegner war geschlagen. Sie tötete nicht – sie unterwarf. Sie war sehr gut darin. Nie wieder würde sie unterliegen. Das war ein innerer Zwang.

Aber auch an ihr ging dieser Krieg nicht spurlos vorüber. Ihr Fell wies schon einige Blutspuren auf. Sie hatte einige tiefe Kratzer und Bisse kassiert. Aber sie spürte nichts. Sie war wie im Wahn. Ein weiter Blick auf die Brüder zeigte ihr, dass Mohigan schwächer wurde.

Mohigan merkte, dass er an Stärke verlor. Gumrolf war so besessen den Platz des Alpha einzunehmen. Eine starke Motivation, dass sich in seiner Kraft zeigte. Gumrolf kämpfte, kämpfte, kämpfte. Er drängte Mohigan immer weiter zurück. Mohigan wehrte sich. Etwas Platz konnte er sich zurück erkämpfen. Aber er würde es nicht mehr lange durchstehen. Dieses Tempo zehrte stark an seinen Kräften.

Gumrolf stürzte sich auf Mohigan. Ein Angriff, den Mohigan nicht voraus gesehen hatte. Ein kräftiger Biss in seine Seite warf ihn um. Schon stand Gumrolf über ihn. „Bruder. Du bist schwach geworden. Müde. Vollgefressen. Dein Leben als Alpha hat dich verweichlicht. Sehr schade. Das hätte vielleicht anders ausgehen können. Aber so – Vielleicht in einem neuen Leben. Weißt du ich habe dich immer geliebt. Aber leider war mein Neid doch grösser als meine Liebe. Keine Angst. Ich kümmere mich um Naima“ Diese Worte fackelten Mohigans Kampfgeist erneut an. Er trat mit seinen Hinterpfoten in  Gumrolfs Magen. Dieser lies ab und war kurze Zeit ungeschützt. Das nutzte Mohigan. Er stürzte sich dieses Mal auf seinen Bruder. Er hing ihm im Nacken und biss kräftig hinein. Gumrolf versuchte ihn abzuschütteln. Aber Mohigan hatte sich festgebissen. Gumrolf strauchelte, sah einen Baum und versuchte Mohigan gegen den Baum zu schleudern. Er war nicht kräftig genug um ihn ernsthaft zu verletzen. Aber der Schlag nahm Mohigan den Atem und er musste los lassen. Sein Blick fokussierte seinen Bruder. Dabei bemerkte er nicht, dass von der Seite ein übereifriger Wolf zum Angriff ansetzte. Gumrolf konnte nicht schnell genug eingreifen. Sein Bruder wurde von diesem übereifrigen Wolf, aus seinem Rudel hinterlistig angegriffen. Eine schwere Bisswunde, setzte Mohigan außer Gefecht. Gumrolf fackelte nicht lange. „Duuu. Du wusstest, dass Mohigan mein Gegner war. Es war euch verboten einzugreifen.“ Gumrolf stürzte sich auf den jungen Wolf und zerfetzte ohne lange Erklärungen abzuwarten, dessen Kehle.

Naima hatte sich dem Geschehen genähert. Sie sah ihren Liebsten auf dem Boden und Gumrolf, wie er sich ihm näherte. Ihr Herz zerbrach. Es übertönte jedes Wort ihres Verstandes. Ihr Mann lag blutend am Boden. Gumrolf würde ihm jeden Moment seine Zähne in die Kehle rammen – ihm den Gnadenbiss geben. Bei ihr setze alle Vernunft aus. Sie schlich sich langsam an die beiden Wölfe an und in dem Moment als Gumrolf sich über Mohigan beugte um ihm ein Ende zu machen, stürzte sie sich auf ihn.

Überrumpelt von dem unerwarteten Angriff fiel Gumrolf auf die Seite. Naima hatte sich in seine Flanke  verbissen. Er schnappte nach ihr. Aber sie befand sich außer Reichweite. Sie biss ein Stück aus ihm heraus. Gumrolf jaulte und zog sich zurück. „Naima, meine Liebe. Das hätte ich dir gar nicht zugetraut. Das letzte Mal als wir uns trafen, warst du ja doch eher passiv. Ich würde ja gerne mein Bedauern ausdrücken über den Verlust deines Wurfs – aber das wäre unehrlich. Nun – bald wirst du einen standesgemäßen Wurf haben. Meine Nachkommen.“ Er lachte gehässig. Naima sah rot. So schnell wie sie konnte stürzte sie sich hasserfüllt auf ihren Gegner. Sie sah nur Blut und kleine Körper, die sich um sie herum verteilten. Nichts anderes konnte sie wahrnehmen.

Mohigan sah durch schmerzverzehrten Blick seine Gefährtin, wie sie sich auf Gumrolf stürzte. Er sah eine Kämpferin. Eine Kämpferin für die Gerechtigkeit. All ihr Hass und ihre Trauer lagen in ihrem Tun. Ein Biss und Gumrolf lag vor ihr. Noch nicht Tod, aber das Genick war gebrochen.

„Naima wer hätte gedacht, dass so viel in dir steckt. Wir wären ein wundervolles Team geworden. Die Wölfe hätten sich bei unserem Namen zu Tode gefürchtet.“ Er schnalzte mit seiner Zunge, es klang fast bedauernd. „Nun, ich bin wohl geschlagen. Das hatte ich anders geplant. Aber so ist das. Man rechnet nie mit dem unerwarteten. Mach schon, bring es zu Ende. Lass mir den Stolz und töte mich.“ Sie trat auf ihn zu. Legte ihre Schnauze um seine Kehle und biss zu. Ein letztes Gurgeln und Gumrolf erschlaffte.

Sie drehte sich um und rannte so schnell ihre Verletzungen es zuließen zu Mohigan. „Mohigan, Liebster. Wie geht es dir?“ „Naima. Ich bin so stolz auf dich. Es war ein Fehler von mir dich zu unterstützen.“ Sie leckte ihm die Schnauze und rieb ihre an seiner. „Aber, hör mir zu. Ich bin zu stark verletzt. Ich werde das hier nicht überleben. Es ist ok. Schau nicht so entsetzt. Ich bin bereit. Ich hatte eine traumhafte Zeit mit dir und dem Rudel. Schöner kann sich ein Alpha sein Leben nicht wünschen. Lass mich gehen. Ich werde auf  dich warten. Deine Zeit hier auf dieser Seite ist noch nicht vorbei. Du wirst die erste deiner Art sein. Du wirst als Alpha ein Rudel führen.“ Sie wollte ihn unterbrechen – „Nein, lass mich ausreden. Es soll so sein. Mein letzter Akt als Alpha – ich übergebe dir das Rudel. Führe sie, bis deine Zeit des Abdankens kommt. Dann werde ich da sein und dich wieder an meiner Seite wissen. Solange werde ich über dich wachen. Ich liebe dich.“ Sie legte sich neben ihn. Sie wartete bis das Leben aus ihm wich. Dann stand sie auf, schüttelte sich. Trauern konnte sich später noch. Ein Rudel war zu führen. Sie war bereit. Aus diesem Krieg war eine Alpha hervorgegangen. Sie würde das Rudel führen. Sie würde weitere Welpen bekommen – aber nie wieder einen Alpha an ihrer Seite haben, bis sie in die ewigen Jagdgründe eindringen würde und ihren einzigen Alpha wieder finden würde.

ENDE

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #22 – FINALE

Den Start der Geschichte findet ihr HIER

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Kapitel 19

Was bisher geschah:

Annet hat sich Unterstützung von Lichtwesen geholt, da ihre Schwester die Schattenwesen angerufen hat. Arlo hat es endlich geschafft. Mary ist fast gerettet. Annet und die böse Königin kämpfen erbittert weiter – Allerdings erleidet Annet eine schwere Verletzung. Wird Mary wirklich ohne Probleme gerettet? Schafft Kato es Janis aufzutauen? Wird Annet den Kampf überleben? Lest hier den letzten Abschnitt.


Kato beobachtete den Kampf zwischen den beiden Hexen. Ich muss Annet retten. Aber wie kann ich Janis alleine lassen. Was soll ich nur machen? Hilf mir, was soll ich machen?

Kind – du weisst doch schon was zu tun ist. Du weisst genau wie du ihn retten kannst. Dein Herz wird es dir sagen. Horch genau hin. Du weisst es doch schon lange.“

Verwirrt hörte sie auf die unbekannte Stimme. Wer war das? Ich war das. Das war meine innere Stimme. Ja ich weiss wie ich ihn retten kann. Natürlich. Die Lösung liegt in meinem Herzen.

„Janis. Hör mir zu. Ich liebe dich. Ich glaube ich spürte es schon, als ich dich am Anfang sah. Es war als würde meine Seele anfangen zu singen. Sie scheint deine Seele erkannt zu haben. Du bist mein Seelenverwandter. Wir gehören zusammen und ich lasse nicht zu, dass du mir hier als Eisblock, deine Liebe verwehrst. Ich weiss, dass du mich liebst. Also streng dich an. Lass das Eis, das dich gefangen hält schmelzen.“ Sie drückte ihre Lippen auf seine gefrorenen Lippen und sie waren nicht kalt. Sie fühlten sich warm und geschmeidig an.

Da sah sie es. Es sah aus, als würde er von innen her leuchten. Und das Eis bekam Sprünge. Er taute auf. Kato sprang auf. Sie hatte es geschafft. Er kam zurück zu ihr. Er hatte sie erhört. Sie hatte Recht. Er liebte sie.

*

Als Mary ihren Fuss auf den Rand setzte blieb sie mit ihrem Kleid am Bogen hängen. Dadurch geriet sie ins Stolpern. Unglücklicherweise setzte sie dabei den zweiten Fuss auf den geprungenen Boden auf – dieser brach sofort zusammen und riss Mary mit sich in die Tiefe. Arlo versuchte schnell nach ihr zu greifen, aber es war zu spät. „MARY! NEIN! Das kann nicht euer Ernst sein.“ Er sah in den Schlund des Bodens und konnte nichts sehen. Ausser – Mary – sie hing Kopfüber in dem Seil, in das sich ihr Bein verheddert hatte. Arlo atmete tief aus und lachte. Er konnte nicht aufhören zu lachen. Dezent ignorierte er, dass er ihr unter den Rock schauen konnte, da dieser nun über Marys Kopf hing. Da Arlo immer noch lachte, wurde Mary etwas ungehalten. „Sehr witzig. Wie wäre es, wenn du mir hilfst, dass ich aus dieser peinlichen und unbequemen Situation wieder heraus komme? Statt nur dämlich da zu stehen und mich aus zu lachen.“

„Ach Mary, ich lache dich doch nicht aus. Ich glaube ich stehe kurz vor einem Nervenzusammenbruch, und das musste einfach raus. Dass es ein Lachen wurde – nun das ist mir lieber, als sinnloses Geschreie. Kannst du hin und her schwingen?“

„Echt jetzt. Ich weiss nicht ob ich fest genug in der Schlaufe hänge. Nicht dass ich beim Schwingen abrutsche. Kannst du mich nicht herauf ziehen?“

„Lass es uns erst mal mit schwingen versuchen. Wenn du merken solltest, dass du rutschst, versuchen wir Plan B.“

Mary grummelte wenig elegant vor sich hin. Aber das verzieh sie sich, da sie sich ja auch nicht gerade in einer damenhaften Position befand. Sie fing an sich leicht vor und zurück zu bewegen. Den Atem anhaltend, achtete sie auf jede ruckartige Bewegung, die andeutete, dass sie aus dem Seil rutschte. Es schien zu halten. Sie schwang sich etwas mutiger hin und her und kam dadurch Arlos ausgestreckter Hand immer näher.

Ihre Fingerspitzen berührten sich – es fehlte nicht mehr viel, dass Arlo zu greifen könnte. Jetzt. Mary war nah genug und Arlo griff nach ihrem Unterarm. Er zog sie langsam zu sich. „Hier halte dich an dem  Bogen fest, ich klettere nach oben und schneide das Seil durch.“ Schnell kletterte er etwas nach oben und zog ihr Bein ebenfalls an den Bogen. Er hielt es fest umklammert und versuchte das verhedderte Seil von ihrem Bein zu schneiden. „Autsch – das war nicht das Seil. Pass doch auf!“

„Enschuldigt gnädigste. Aber versuch du mal dich festzuhalten und zu schneiden. Ich bin auch kein Gummimensch. Bis wir heiraten, ist das verheilt.“ „WAS!“ Arlo lachte und Mary konnte nicht länger böse sein und lachte erleichtert mit. „So – Das Seil ist ab. Kannst Du dich nach oben drehen? Oder versuch so hängend nach unten zu kommen ich bin da und nehme dich in Empfang. Auf den Boden müssen wir ja jetzt nicht mehr aufpassen.“

Was für ein Witzbold. Sie kletterte wie ein Affe, hängend den Bogen hinab und Arlo schloss sie in seine Arme um sie auf den sicheren Rand zu ziehen. „Puh – das war eine schwere Geburt. Aber wir haben sie bewältigt. Jetzt nur vorsichtig an der Wand entlang aus dem Raum heraus und dann nichts wie weg hier.“

So schnell wie es sicher möglich war, drückten sich die beiden an der Wand entlang. Da vorne war die Tür, durch die sie den Raum verlassen konnte.

Sie rannten die Treppe hoch und Arlo zog die Tür des Turmes auf. Dann traten sie nach draussen. Endlich frei.

Annet lag stark blutend am Boden. Sie konnte nur noch zusehen, wie die Königin den Feuerball wachsen lies um ihn auf sie zu schleudern. Sie versuchte sich in Trance zu versetzen um sich von ihrer Familie zu verabschieden.

Kato sah dass die Königin dabei war Annet zu töten. Janis war noch nicht ganz aufgetaut, aber er konnte die Augen schon bewegen und auch schon reden. „Geh und versuche sie zu retten. Sobald ich mich wieder bewegen kann, folge ich dir.“

Kato beugte sich über ihn und drückte ihm einen Kuss auf die noch kalten Lippen. „So wie ich das sehe, können wir den Schritt des Werbens dann überspringen?“ Fragte Janis keck. „Von wegen. Ich will das gesamte Programm. Da kommst du nicht raus, mein Lieber.“ Schnell gab sie ihm noch einen Kuss und sprang dann auf um Annet zu Hilfe zu eilen.

Arlo und Mary traten ins Freie. Mary war von dem hellen Licht der Sonne geblendet. Sie genoss die Wärme auf ihrem Gesicht. So lange hatte sie es missen müssen. Jetzt würde endlich alles gut werden.

Arlo schuppste sie an. „Schau – Annet brauch unsere Hilfe. Schnell. Die Königin will sie töten.“

Mary und Arlo rannten schnell zu der Stelle an der Annet mit der Königin gekämpft hatten.

„Bleibt stehen. Solltet ihr näher kommen, werde ich sofort den Feuerball auf Annet schleudern.“

„Das wirst du sowieso machen. Was willst du uns denn da erzählen. Willst du um was verhandeln? Dann sag, was du willst.“ Sagte Arlo.

„Arlo – mein lieber – Ich dachte wir würden uns verstehen. Aber dass du einfach abgehauen bist und mich einfach so alleine gelassen hast. Das nehme ich dir schon ein bisschen übel. Und wofür? Für sie? Was kann sie dir schon bieten, dass ich dir nicht bieten kann? Ein Königreich. Du kannst mein Reich mit mir regieren. „

„Du Hexe – du weisst, dass es dein Untergang ist, dass ich Mary gerettet habe. Sie wird meine Königin und du wirst endlich vernichtet werden. Wir werden uns endlich von deinem Joch befreien können.“

„Hahahaha. Wie wollt ihr das schaffen. Annet liegt am Boden – sie ist nur knapp davor zu sterben. Janis liegt gefroren in der Ecke. Kato? Mit irdischen Waffen könnt ihr mich nicht besiegen. Und eure Verbündeten sind auch nicht stark genug. Es ist das Ende für euch und eurer Fantasie von der heilen Welt.“

In dem Moment holte die Königin mit dem Feuerball aus um ihn auf Annet zu schleudern. Keiner achtete auf Mary. Sie hatte ruhig zugehört und beobachtet. Als sie sah dass die Königin zu dem vernichteten Schlag gegen Annet ausholte rief sie ihr zu: „Höre, Königin. Dein Schicksal ist besiegelt. Selbst wenn du die weisse Hexe tötest. Du wirst nicht gewinnen. Denn ich bin jetzt frei.“

Um Mary herum erschien eine Aura, die stark leuchtete. Sie schmiegte sich an Mary. Es war als würde sie von dieser Aura hoch gehoben. Mary schwebte der Königin und Annet entgegen. Der Himmel verdunkelte sich und Blitze entluden sich am Himmel. Mary hob ihre Arme um die Blitze an zu ziehen. Und eben diese Blitze lenkte sie zur Königin.

Die böse Königin war wie erstarrt. Sie konnte sich nicht wehren und die Blitze trafen sie ungeschützt. Sie stürzte zu Boden. Gekrümmt lag sie auf dem Boden und wimmerte. Sie war besiegt.

Ihre Zeit des Regierens war vorüber. Sie hatte die Prophezeiung nicht verhindern können.

„Steh auf! Steh auf und huldige deinen neuem König und deiner Königin.“

Die Königin hatte kaum noch die Kraft sich aufzurichten. Aber ihr Stolz war ihr behilflich. Sie stand aufrecht dem zukünftigen Königspaar gegenüber und blickte ihnen starr entgegen. Dann verbeugte sie sich um Arlo und  Mary die Hand zu küssen. „Verehrte Regenten. Ich bin eine unwürdige Dienerin. Lasst mich ziehen und ihr werdet nie wieder etwas von mir hören.“

Arlo straffte seine Schultern: „Das kommt gar nicht in Frage. Du bist zu gefährlich. Wer weiss ob du nicht noch einmal versuchts Mary zu entführen, oder unsere Kinder. Nein. Das kann ich nicht zulassen.“

Annet richtete sich schwach auf. „Arlo. Lass sie ziehen. Sie ist entmachtet, ihre Magie ist zerstört. Sie ist eine gebrochene Frau. Lass sie ins Exil gehen. Sie wird uns keine Gefahr mehr sein. Glaub mir.“

Arlo blickte Annet verunsichert an. Schaute zu Mary, diese nickte ihm zu um die Aussage zu bestätigen.

„Nun gut. Ich traue dir nicht. Aber ich vertraue Annets Urteil. Du sollst leben. Aber ich verbanne dich in die Berge. Dort sollst du den Rest deines Lebens verbringen. Sollte mir jemals etwas zu Ohren kommen, dass du doch noch Magie ausüben kannst, oder hier gesichtet wurdest, werde ich dich jagen und töten lassen. Verschwinde.“

Die Königin sass auf ihrem Pferd auf und spornte es an, so schnell wie es konnte, das Feld ihrer Niederlage zu verlassen.

„Annet, Annet! Meine Liebste. Wo bist du? Oh mein Gott, du bist verletzt. Oh nein. Da ist so viel Blut.“

„Abraham. Mein lieber Mann. Es sieht schlimmer aus als es ist. Ein bisschen Medizin und viel Ruhe, dann werde ich wieder fit werden. Kato? Kannst du  mich verarzten?“ „Ja, natürlich. Ich schaue nur schnell nach Janis.“

Schnell rannte sie zu Janis. Dieser war vollkommen aufgetaut und wollte gerade zu ihnen aufschliessen. „Komm schnell. Wir müssen Annet verarzten und dann endlich heim reiten.“

„Was meinst du  mit heim reiten? Willst du bei uns leben?“ „Ja natürlich du Dummerchen. Wie sollst du denn sonst um mich werben können?“ Janis lachte und schloss Kato fest in seine Arme. Dabei küsste er sie intensiv. Kato hatte das Gefühl, ihre Beine wären aus Gummi und sie hielt Janis umso fester in ihren Armen.

Sie gingen schnell zu Annet um ihr zu Helfen.  Janis trat vor und sah Mary. „Mary, mein kleiner Stern. Endlich haben wir dich wieder. Ich wollte sterben, als du verschwunden warst. Du hast mir so gefehlt.“ Er fing an zu weinen. Mary ging zu ihm und nahm ihn in die Arme. „Mein lieber Bruder. Deine Geschichten, die du mir erzählt hattest haben mich immer wieder aufgerichtet. Ich wusste, dass du mich finden würdest. Ich wusste es einfach.“

Sie sammelten sich auf dem Schlachtfeld. Alle ihre Verbündeten trafen nach und nach ein.

Arlo stellte sich auf einen Stein: „Meine lieben Verbündeten. Ich kann euch nicht genug danken für eure Unterstützung in unserem Kampf. Wir haben gesiegt und das Böse aus unserem Land vertrieben. Gemeinsam haben wir gekämpft und gewonnen. Ich werde meine Versprechen einhalten und euch immer in Ehren halten. Solltet ihr jemals Hilfe benötigen, wird meine Armee die erste sein, die euch unterstützt. Gehabt euch wohl. Wir sehen uns wieder.“

Dann trat er zu Mary. „Was war das von dir? Du bist gewachsen, hast geschwebt und deine Stimme war so mächtig. Da habe ich sogar Angst bekommen.“ „Hahaha. Mein furchtloser Retter. Ich weiss es nicht. Ich bin von etwas warmen und mächtigen durchflossen worden. Ich glaube, das war ich nicht wirklich. Irgendwas Mächtiges hat mich in Beschlag genommen . Eine Urgewalt. Ich kann es nicht erklären.“

„Du wirst auf jeden Fall eine fantastische Königin.“

ENDE


Wow – geschafft – solange sollte die Geschichte eigentlich nicht werden – aber irgendwie…naja – allen die bis hier ausgehalten haben Danke für eure Geduld.

 

Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #21

Den Start der Geschichte findet ihr HIER

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Kapitel 18

Was bisher geschah:

Janis ist ausser Gefecht. Arlo hat endlich eine Möglichkeit gefunden Mary heraus zu holen. Annet und die böse Königin haben angefangen zu kämpfen.


Arlo hatte gefunden was er suchte. Ein Seil. Damit rannte er schnell wieder zurück zu Mary. Sie lächelte ihn hoffnungsvoll an. Würde sie jetzt endlich – nach so vielen Jahren – gerettet werden? Endlich wieder bei ihrer Familie sein. Davon träumte sie seit Ewigkeiten. Jetzt sollte es endlich wahr werden! Sie würde endlich wieder frei sein.

Arlo kletterte den Bogen hinauf und als er in der Mitte ankam, direkt über Mary, liess er das Seil hinab, das er fest an dem Bogen angebunden hatte. „Siehst du die Schlaufe? Steig mit deinem Fuss hinein und halte dich gut fest. Ich ziehe dich hinauf. Pass auf, es wird nicht so einfach.“ Mary nickte ihm zu und stieg in die Schlaufe. Sie hob den Daumen, als Zeichen, dass sie so weit sei.

Arlo zog vorsichtig. Er musste unbedingt vermeiden, dass es zu Schwingungen kam. Er wollte nicht riskieren, dass sie abstürzte. Dann wäre es vorbei. Das durfte nicht passieren. Das würde nicht passieren. Etwas skeptisch beobachtete er das alte Seil, das über die scharfe Kante des Bogens gezogen wurde. Er hoffte es wäre nicht zu porös um diese Belastung zu überstehen. Nur noch wenige Züge trennten ihn von seiner grossen Liebe. Endlich würde er sie in seine Arme schliessen können.

Arlo war so konzentriert, dass er nicht mitbekam, dass auf einmal eine Horde Fledermäuse sich von der Decke lösten. Es schien ihre Zeit zu sein um zu ihren Beuteflug los zu ziehen. Allerdings schienen sie sich bedroht zu fühlen und bevor sie die Kammer durch unsichtbare Öffnungen verliessen, machten sie eine Schleife um Arlo und Mary. Arlo erschrak so stark, dass er fast die Kontrolle über das Seil verlor. Mary rutschte ab. Dieses plötzliche Absinken liess sie straucheln. Ihr Fuss rutschte durch die Schlaufe. Ihr Bein war in der Schlaufe gefangen und sie verbrannte sich die Hände am Seil. Sie musste ihre gesamte Willenskraft zusammen nehmen nicht los zu lassen und abzustürzen. Sie Biss sich auf die Lippen, bis sie bluteten und hielt sich krampfhaft am dem Seil fest.

„Arlo! Arlo! Ich glaube ich stürze gleich ab. Hilf mir. Ich weiss nicht ob ich  mich noch lange festhalten kann.“

„Halt durch. Ich versuche das Seil wieder zu stabilisieren, damit es ruhig bleibt. Warte solange bis du irgendwas machst. Das schaffen wir schon. Sobald es ruhig ist, kannst du versuchen dein Bein aus dem Seil zu ziehen. Wenn es aber zu schwierig ist, lass es einfach so. Du bist bald hier oben bei mir, dann befreie ich dich von dem Seil.“ Mary atmete tief durch und versuchte sich ruhig zu halten.

Endlich – sie hatte es geschafft. Ihre Finger erreichten die Kante des Bogens und sie versuchte sich herauf zu ziehen. Arlo half ihr und endlich konnte er sie in die Arme schliessen. Endlich. Mary fing an zu schluchzen. Sie konnte es kaum fassen. Sie würde endlich frei sein und ein  normales Leben führen können. Allerdings waren sie noch nicht in Sicherheit.

„Ich gehe vor und du folgst mir vorsichtig. Schau nicht nach unten. Schau  mir einfach auf meinen gut gebauten Hintern.“ Lachte Arlo und Mary wurde rot als sie mit ihm lachte.

Langsam schoben sie sich rückwärts den Bogen entlang. Es dürfte kein Problem mehr geben. Sie müssten in Sicherheit sein. Bald würden sie diesen unsäglichen Raum verlassen. Sobald sie diesen Turm verlassen hatten, könnte er auch einbrechen. Das war Arlo egal. Hauptsache sie waren in Sicherheit.

Arlos Fuss kam endlich auf dem Boden an. Vorsichtig stellte er beide Füsse nebeneinander, damit sie nur auf dem Rand des Raumes zum Stehen kamen. Er wollte nicht noch riskieren, durch einen unachtsamen Schritt, den Raum zum Zusammenbrechen zu bringen.  Mary war dicht hinter ihm und er machte ihr Platz, damit auch sie auftreten konnte.

*

Annet spürte die Anwesenheit der Lichtwesen und dies gab ihr die Sicherheit die sie benötigte um erneut ihre Kraft gegen die  Königin zu sammeln. Sie hoffte, das Arlo bald mit Mary auftauchen würde. Solange müsste sie die Königin beschäftigen und schwächen. Sie bat das Universum um Hilfe, damit sie genügend Kraft hätte um gegen ihre Schwester zu bestehen. Sie hatte bisher immer unterlegen. Auch als Kind schon. Aber dieses mal war sie im Kampf nicht alleine. Abraham führte die Armee gegen die Gegner. Sie warf einen Blick in seine Richtung und war beruhigt. Er hatte immer noch die Oberhand. Da sah es schon mal gut aus. Sie konnte Kato sehen, wie sie sich verzweifelt über Janis beugte. Sie wird schon herausfinden, wie sie ihn auftaut. Ihr Herz wird ihr den Weg weisen.

Sie blickte auch auf das Tor des Turmes, aber das blieb verschlossen. Ich hoffe, die Kinder schaffen es da heraus. Mary ist der Schlüssel für den Sieg.

„Hallo Schwester – ich spüre neue Kraft in dir. Und auch hinter dir. Hast du etwa die Lichtwesen um Hilfe gebeten. Das war aber sehr mutig. Sie müssen mich ja wirklich fürchten, wenn sie eingreifen. Sie halten sich doch sonst überall heraus. Das war ein kluger Schachzug. Also sollen unsere Verbündeten gegeneinander kämpfen. So bleiben doch wieder nur wir beide übrig. Wie früher. Und du weisst wie es früher immer ausging.“

„Wie könnte ich das vergessen? Du hast es mir ja immer unter die Nase gerieben. Aber dieses mal wird es anders werden. Sollen wir nicht wie sterbliche kämpfen. Mit Fäusten und Waffen. Das wäre mal eine Herausforderung. Was meinst du, traust du dich ohne Magie gegen mich zu bestehen? Ich glaube ich bin stärker als du.“

„Ja – warum nicht – ein Spass wird das. Du und stärker als ich. Du bist immer noch so amüsant, wie ich dich in Erinnerung habe. Lass uns los legen. Ich will fertig sein, bevor es dunkel wird.“

Annet stürmte auf ihre Schwester los und riss sie zu Boden. Mit ihren Fäusten schlug sie auf die Königin ein. Diese war von dem Überraschungsangriff überrumpelt worden und konnte im ersten Moment nicht reagieren. Erst einige Augenblicke später hob sie die Arme zur Deckung.  Sie stiess Annet von sich um sich ihrerseits auf sie zu stürzen. Aber Annet rollte sich geschickt weg und die Königin landete im Staub.

Schnell stand Annet auf und ging in Kampfposition. Die Königin folgte ihrem Beispiel und beide standen sich kampfbereit gegenüber. Sie umrundeten sich – keine wollte den ersten Schritt tun. Wieder kam der erste Angriff von Annet. Sie stürmte vor und verpasste ihrer Schwester einen heftigen Schlag in den Magen.

Sie krümmte sich um dann in dieser Lage Annet ihren Kopf in den Magen zu stossen. Annet stolperte zurück und konnte sich gerade so vor einem Sturz, auffangen. Sie sammelte sich und griff wieder an.

Dieses mal hatte sie es auf das Gesicht abgesehen. Aber die Königin ging in Deckung und Annets Schlag ging in die Luft. Dafür traf aber die Königin Annet im Gesicht. Ihre zarte Wange platze auf und eine Blutspur wanderte ihre Wange hinunter. Annet ignorierte den Schmerz und startete einen erneuten Versuch. Sie traf tatsächlich das Auge der Königin. Ihr platze die Augenbraue und das Blut lief ihr störend ins Auge.

Wutentbrannt blitze sie Annet an. „Das wird wohl eine unschöne Narbe werden. Nun – Narben zieren einen auch – selbst als Frau kann man interessant aussehen. Solltest du das überleben, wirst du es selbst feststellen können.“ Daraufhin stürzte die Königin sich wieder auf Annet.  In ihrer Hand hatte sie ein Schwert. Annet setzte zur Flucht an. Sie brauchte eine ebenbürtige Waffe.

Da! Am Rand des Schlachtfeldes lag ein Schwert. Sie schlitterte hin und nahm es auf. Sofort zog sie es hoch um einen Schlag der Gegnerin ab zu wehren. Sie rollte sich weg um schnell aufzustehen. In der knienden Position war sie unterlegen. Das musste sie schleunigst ändern.

Die beiden droschen mit den Schwertern auf einander ein. Annet schlug kräftig und zwang die Königin in die Knie. Ein Schlag mit dem Schwertgriff auf die Schläfe der Königin sollte sie erst mal ausschalten. Weit gefehlt. Die Königin ging zwar zu Boden, aber sie konnte ihr Schwert noch hochziehen und traf Annet in die linke untere Körperhälfte. Annet zog stark die Luft ein. Ein unbarmherziger Schmerz zog durch ihren Körper. Sie ging ebenfalls in die Knie und brach zusammen. In diesem Moment erhob sich die Königin.

„Siehst du, geliebte Schwester. Wieder einmal habe ich dich besiegt. Aber dieses mal werde ich nicht den Fehler machen dich leben zu lassen. Wir werden wohl abschied voneinander nehmen müssen. Deine Zeit ist gekommen ins Reich der Geister über zu wechseln. Ich wünsche dir ein ruhiges und entspanntes Dasein.“

Sie erhob ihr Schwert zum finalen Schlag, als Annet mit letzter Kraft ihr Schwert hob. Sie konnte es nicht mehr ganz hoch ziehen, aber es reichte aus um es der Königin in den Oberschenkel zu rammen.

Sie schrie auf und lies das Schwert fallen, das beim Sturz noch Annets Oberarm streifte.

„Schwester, Schwester. Du hast eins vergessen. Dieses mal geht es nicht um mich. Es geht um meine Familie. Und da wächst man über sich hinaus. Man wird regelrecht beflügelt. Und entwickelt Energie und Kräfte, die man nicht für möglich gehalten hätte. So einfach wirst du mich nicht ins Geisterreich verbannen.“

Annet drehte sich um und betrachtete den Kampf hinter ihnen. Sie konnte sehen, wie die Lichtwesen, die Dunkelheit immer weiter zurück drängte. Ein Lächeln breitete sich auf ihre Lippen aus „Es sieht nicht gut aus für deine Streitmacht.   Ihr unterliegt. Wir drängen euch alle zurück in die Hölle aus der du sie geholt hast. Du verlierst, meine Liebe.“

„Das werden wir noch sehen.“ Die  Königin zog ihre gesamte Macht um sich zusammen. Annet bekam keine Luft mehr. Es fühlte sich an, als würde auch die gesamte Luft zum Atmen heraus gezogen werden. Sie stand kurz davor ihr Bewusstsein zu verlieren.

„Sag Lebewohl zu deinen Liebsten.“ Die Königin schwebte über Annet. In ihrer Hand ein Feuerball, den sie auf sie richtete.

Annet versuchte ein Schild zu bilden, aber ihr fehlte die Kraft. Es kam nur ein flackern aus ihren Händen. Mit Grossen Augen betrachtete sie wie der Ball in der Hand der Königin immer grösser wurde.

Fortsetzung folgt

Schreib mit mir

Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #20

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Kapitel 17

Was bisher geschah:

Arlo sucht immer noch einen Weg  Mary zu befreien. Janis wurde von einem Eiszauber getroffen. Jetzt macht sich Annet auf den Weg um ihrer Schwester entgegen zu treten.


Kato hatte sich endlich frei gekämpft. Schnell rannte sie zu Janis. Sie musste ihn irgendwie vom Feld schaffen. So gefroren konnte die Königin ihn einfach zerschlagen. Das durfte nicht passieren. Auf keinen Fall. Sie sah wie Annet angeritten kam und die Aufmerksamkeit der Königin von Janis abgelenkt wurde. Schnell schnappte sie ihn und zog ihn mit sich. Er war so kalt und schwer. Sie musste ihre Hände einwickeln, damit sie sich keine Erfrierungen holte. Schnell wurde ein Stück ihres Hemdes zerrissen und um die Hände gewickelt. Dann zog sie weiter. Er war so schwer, aber sie hatte solche Angst um ihn und das verlieh ihr genügend Kraft um ihn hinter einen Mauerwall zu ziehen.

*

Arlo lief nach oben und betrachtete sich dabei die Wände und den gesamten Aufbau genau. Er war sich sicher, dass er nur genau hinschauen musste. Und da sah er es. Die Treppe musste etwa zur Höhe des letzten Drittels des Raumes sein. Und da waren irgendwelche Strebe eingelassen. Das musste irgendwie durch eine optische Täuschung versteckt sein.

Schnell ging er wieder runter und betrat den Spiegelraum. „Mary, du musst mit schauen. Irgendwo müssen Balken über uns sein, die ich erreichen könnte. Sie  müssen irgendwie durch eine optische Täuschung verborgen sein. Wenn man nur ein Teil erkennt, dann wird sich uns der Rest auch zeigen. Schau genau hin. Vielleicht findest du was.“ Sie nickte und legte ihren Kopf in den Nacken.

Arlo drängte sich wieder an die Wand und betrat den Raum. Er blickte auf etwa die Höhe, die er im Treppenhaus entdeckt hatte. Seine Augen fingen an zu tränen, so sehr konzentrierte er sich. Er schloss sie und öffnete sie. Dieses Ritual wiederholte er mehrere Male und da – da blitzte was auf. Er bewegte sich etwas weiter und da sah er es. Es war wie ein Bogen von Wand zu Wand. Wie in einer Kapelle. Sie mündeten an der Wand – etwa ein Kopf über ihm. Wenn er sich an diesem Bogen entlang hangelte, könnte er ein Seil zu Mary hinunter lassen um sie hinauf zu ziehen. Er atmete auf  und lachte erleichtert. Schnell erläuterte er Mary seinen Plan, rannte nach oben um sich nach einem Seil umzuschauen.

*

Annet hatte gesehen, dass Kato Janis in Sicherheit gezogen hatte. Jetzt konnte sie sich auf ihre Gegnerin konzentrieren. Arlo versuchte Mary zu retten. Abraham war auf dem Schlachtfeld, das durch die vielen Helfer schon ziemlich ausgedünnt war und Janis in Sicherheit. Jetzt wurde es Zeit endlich abzurechnen.

„Hallo Annet. Das ist aber schön, dass wir uns mal wieder sehen. Wie ist es dir denn so die letzten Jahre ergangen? Du siehst gut aus. Glücklich. Da hatte es ja tatsächlich was Gutes, dass du mir damals unterlegen warst. Sehe ich das richtig? Ich habe deinen Lebensweg manchmal verfolgt. Aber warum hast du keine eigenen Kinder mit Abraham bekommen? Ach – wie konnte ich das vergessen? Das war wohl  meine Schuld. Der Angriff – damals – der traf dich ja sehr ungeschickt. Das hat dich wohl verdorren lassen. Ach wie schade. So paar Neffen und Nichten wären doch schön gewesen. Aber du siehst. Ich habe mir ja doch jemand von deiner Familie zu Besuch geholt. Bisschen störrisch die Kleine, aber die Jahre haben sie sanfter werden lassen. Nun – jetzt sehen wir uns wieder. Endlich können wir unseren Zwist beiseitelegen, oder eher ausfechten. Bist du bereit endlich zu sterben?“

„Hallo liebe Schwester. Wie unangenehm, dass ich dich wieder treffen musste. Aber die Prophezeiung hat es ja vorher gesagt. Marys Rettung wird deiner Regierung ein Ende setzen. Du hast Recht – mir ist es gut ergangen. Und du brauchst nicht zu glauben, dass mir deine Stiche über die Unfruchtbarkeit irgendwie zusetzen. Ich habe eine tolle Familie – besser hätte ich es kaum treffen können. Aber wie ist das so bei dir. Ich habe mich natürlich auch auf dem Laufenden gehalten. Bei dir ist der Schoss auch flach geblieben. Da kam auch kein Erbe. Hat wohl keiner lange genug das Bett mit dir teilen wollen?“

Die böse Königin funkelte Annet wütend an. Das war wirklich ein Treffer. Sie hatte niemanden, der sie liebte. Angst ihrer Untergebenen konnte dieses Gefühl nicht ersetzten. Alle hatten Angst und waren nur deswegen immer bemüht ihr alles Recht zu machen. Sie sah, dass Annet hämisch lächelte. Und sammelte ihre Kraft um einen Energieball in ihre Richtung zu schleudern. Annet war vorbereitet und erschuf ein magisches Schild, der den Ball anprallen lies. Im Gegenzug sammelte sie ihre Kraft und schleuderte ebenfalls einen Energieball auf ihre Schwester. Diese wich ihm spielend aus.

Jede von ihnen schleuderte ihre Magie gegen die andere. Aber keine hatte die Überhand. Sie waren beide gleich mächtig. Meine Schwester wird bestimmt bald ihre finsteren Mächte herbei rufen. Ich  muss mich wappnen. Ich brauche die Lichtwesen auf meiner Seite, sonst werde ich versagen. Gegen ihre dunkle Magie bin ich alleine Machtlos.

Schnell bewegte sich Annet aus der Schusslinie hinter eine kleine Felsformation. Viel Zeit hatte sie nicht. Schleunigst versuchte sie in Trance zu gelangen damit sie die Lichtwesen um Hilfe bitten konnte. Sie war nervös – noch nie hatte sie das so schnell erledigen müssen und hoffte, dass es überhaupt klappte. „Was willst du weisse Hexe? Warum störst du unsere Ruhe?“ „Ich brauche eure Hilfe um gegen die schwarze Königin zu bestehen. Sie wird die dunklen Mächte anrufen um mich zu vernichten. Ich will sie aber soweit schwächen, dass die Prophezeiung eintreffen kann. Aber das schaffe ich nicht ohne eure Hilfe.“ „Was kümmert uns dein Krieg. Wir wolle nichts damit zu tun haben. Es betrifft nicht uns.“ „Oh doch, wenn Mary nicht gerettet wird, und das wird sie nicht wenn ich scheitere, dann versinkt das Land ins Dunkle. Und das wird auch eure Welt betreffen. Denn ohne Hoffnung seid ihr dem Untergang geweiht. Ihr speisst euch von der Hoffnung der Menschen. Diese werden dann nur noch Marionetten ohne eigenen Willen und somit ohne Hoffnung sein. Also überlegt euch das genau. Helft mir, damit ihr Leben könnt.“

Das Lichtwesen schwieg. Annet wurde ungeduldig. Siespürte, dass die böse Königin ihre Macht sammelte um noch einen Schlag auszuüben. „Nun gut, du hast Recht. Wir können uns nicht davon frei machen. Wir brauchen den Niedergang der Königin um zu überleben. Wir helfen dir und werden gegen die dunklen Mächte kämpfen.“ Annet atmete aus. Sie hatte unbewusst die Luft angehalten. „Vielen Dank. Ich werde gegen die Königin kämpfen und ihr gegen ihre dunklen Lakaien. Vielen, vielen Dank.“

Annet erwachte aus der Trance um zu sehen, dass die Königin direkt vor ihr stand um sie zu treffen. Schnell rollte sie sich aus dem Weg. Sie stand auf und rannte um die Felsformation. Da sah sie schon die Lichtgestalten. Sie materialisierten sich und um die Königin herum kamen ihre dunklen Helfer.

Annet rannte noch ein Stück weiter um die Königin abzulenken. Sie sollte nicht gleich mit bekommen, das Annet Hilfe haben würde.

*

Kato sass neben Janis und grübelte. Ihre erste Überlegung war, das Eis abzuschlagen. Sie versuchte durch den Eisblock zu schauen. Und dabei  erkannte sie, dass er nicht nur eingeschlossen war von Eis, sondern aus Eis bestand. Sie würde ihn also dann zerschlagen.  Kato sank zusammen. Wie sollte sie ihn nur retten?

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #19

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Kapitel 16

Was bisher geschah:

Arlo hat Mary gefunden. Sie wird in einem Raum mit einem Boden aus zerbrochenen Spiegeln gefangen gehalten. Er muss einen Weg finden um sie da heraus zu holen. Janis kämpft immer noch mit der Königin und kommt an seine Grenzen.


Arlo war noch etwas im Raum weiter an der Wand entlang gerutscht. Schritt für Schritt hielt er nach irgendeinem Schimmer oder Ausweg ausschau. Er wusste irgendwo musste ein Weg sein. Verdammt, meine Augen werden langsam müde, von der Anstrengung. Ob ich noch mal hinausgehe um paar Minuten Pause zu haben? Ob ich sie kurz alleine lassen kann? Vielleicht finde ich aussen einen Hinweis auf eine Lösung.

„Mary. Hör zu, ich muss kurz noch mal raus. Ich kann hier nicht denken und  brauch eine kleine Pause. Schaffst du das? Wartest du auf mich? Ich komme wieder. Ich werde dich retten. Aber ich brauche irgendwie Hilfe.“

Sie schaute ihn mit rehgrossen Augen an. Sie schluchzte Trocken und dachte kurz nach. „Ja – ich schaffe das. Ich vertraue dir und weiss, du kommst wieder. Geh und finde eine Lösung für das hier.“

Arlo rutschte an der Wand entlang zum Ausgang. Als er den Raum verliess musste er sich erst mal in die Ecke setzen. Er wollte nicht verzweifeln, aber es war verdammt schwierig hier noch positiv zu bleiben. Nein – ich finde was. Ich muss erst mal nach oben. Vielleicht finde ich was, oder ich bekomme einen Geistesblitz.

*

Die Königin sammelte ihre Magie und warf einen Feuerball in Janis Richtung. Wieder hob er den Schild, der ziemlich heiss durch das Feuer wurde. Seine Hand trug Verbrennungen davon. Mit zusammen gebissenen Zähnen hielt er stand. Wieder stürmte er vor um sein Schwert in die Königin zu stossen. Er sah, dass er nicht von vorne kommen konnte, er drehte sich und versuchte durch eine Rolle hinter sie zu kommen. Eine kleine Fee flatterte zur Ablenkung um die Königin herum. Dies nutze Janis um ihr einen weiteren Schwerthieb zu versetzen. Er traf ihren rechten Arm. Die Wunde war tief und blutete stark. Aber sie zuckte noch nicht mal.  Janis lies das Schwert sinken und stolperte geschwächt rückwärts. Er würde es nicht schaffen, sie zu besiegen. Aber er musste sie wenigstens schwächen. Nur schienen die Verletzungen ihr nicht s auszumachen.

Wieder sammelte sie ihre Kräfte und als Janis zurück taumelte liess er den Schild unten. Er war nicht schnell genug um ihn hoch zu ziehen und wurde von einem Eiszauber getroffen. Sofort wurde er zu Eis. Kato sah das und schrie auf. Schnell wollte sie zu ihm, aber sie war tief in die Kämpfe eingebunden. Sie musste sich erst frei kämpfen. Sie wurde unaufmerksam und wurde fast von einem Schwert eines Skelettes getroffen, als ein Hund kam und den Schwertarm zermalmte. Kato bedankte sich und kämpfte weiter.

Annet sah, dass ihre Zeit gekommen war. Jetzt ging es um den Krieg der Hexen. Sie seufzte tief und schüttelte die Angst ab. Sie hatten schon einmal gekämpft. Lange war es her und Annet hatte verloren. Damals war sie in die Menschenwelt geflüchtet um ihre Aufgabe bei Abraham zu suchen. Sie liebte diese Familie und würde bis zu Letzt für sie kämpfen. Abraham stand unten und kämpfte. Ein stattlicher Mann, der Selbstvertrauen und Mut ausstrahlte. Sie sass auf ihrem Pferd und führte es um das Schlachtfeld herum auf die Gegenseite hin. Abraham sah sie und versuchte zu ihr zu gelangen. Dafür musste er einen Angriff eines Gargoyles abwehren und einen Schatten vernichten. „Annet – Liebste. Was machst du? Bleib in Sicherheit.“ „Ach Abraham, wir wussten doch, dass es soweit kommen würde. Der Kampf zwischen mir und ihr steht noch offen. Es wird Zeit, dass ich dieses Mal gewinne, das unsere Familie endlich sicher ist.“

Abraham senkte den Kopf und nickte. Annet beugte sich hinunter und küsste ihn. Es fühlte sich an wie ein Abschied und sie verbarg schnell ihre Tränen und ritt weiter. Sie merkte, wie er ihr hinter her sah, aber sie zwang sich, sich nicht umzudrehen. Sonst würde sie vielleicht schwach werden, und das  dürfte sie nicht zulassen.

Fortsetzung folgt

 

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #18

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Kapitel 15

Was bisher geschah:

Arlo hat den Turm betreten können. Jetzt muss er nur noch Mary finden. Janis hat sich bis zur Bösen Königin vorgekämpft. Er fordert sie heraus.


Arlo ging die Stufen hinab. Es war dunkel und er musste sich an der Wand entlang tasten um nicht abzustürzen. Sie schien endlos abwärts zu gehen. Endlich war er unten angekommen. Es gab mehrere Türen. Wie sollte er die Richtige herausfinden. Er hatte nicht die Zeit alle zu testen.

Stell dich in die Mitte des Flures und lass dein Herz dich leiten

Er tat wie gehört. Seine Augen schlossen sich und sein Atem beruhigte sich. Da hörte er etwas. Es klang wie ein klopfen. Ein sanftes Klopfen. Wie ein Herzschlag. Es war das Herz von Mary und das Geräusch kam von der Tür, die am weitesten entfernt lag.

Schnell rannte er auf die Tür zu. Sie war verschlossen. Warum war sie verschlossen? Damit hatte er nicht gerechnet. Er legte die Hand auf die Klinke und versuchte Energie hinein zu leiten. So etwas hatte er mal gehört. Diese Energie konnte wohl Wunder bewirken und da hörte er es. Die Tür klickte. Sie schwang auf.

Sein Fuss wollte gerade die Schwelle übertreten, als er sah, was er auch schon in der Vision gesehen hatte. Mary stand in der Mitte des Raumes. Der Boden bestand aus zerbrochenen Spiegeln. Er trat vorsichtig an der Wand entlang in den Raum. „Mary? Bist du okay? Ich bin da um dich nach Hause zu holen. Kannst du mich hören und verstehen. Ich bin es Arlo. Wir haben uns in einem Traum getroffen.“

Sie sah so unendlich traurig aus. Sein Herz wurde schwer. Er fing an zu zweifeln. Aber seine Liebe war stark. Sie würden das schaffen. Sie mussten es einfach schaffen. Es stand zuviel auf dem Spiel. Das Land und ihre Zukunft. Das wollte er nicht aufgeben.

„Arlo? Du hast mich gefunden. Aber wie soll ich zu dir kommen. Die Spiegel werden mich nicht tragen. Sie sind zerbrochen. Die Königin sagte mir, wenn ich versuchte sie zu betreten, würden sie einbrechen und ich würde in den Abgrund stürzen.“ Schluchzte sie.

„Wir werden eine Lösung finden. Lass mich überlegen und mir das Ganze in Ruhe betrachten. Wir haben Zeit.“

Arlo drückte sich an der Wand entlang. Da war der Weg stabil. Er wollte sich den Raum von der anderen Seite betrachten. Nun stand er gegenüber der  Tür. Er betrachtete den Raum, versuchte auf dem Boden heile Stellen zu finden.  Langsam ging er in die Hocke um sich einen anderen Winkel vorzunehmen. Es gab vereinzelte Stellen, die waren nicht gesplittert, aber er traute ihnen nicht. Wenn er diese Stellen testete um zu ihr zu gelangen, könnte der Boden weiter splittern und sie beide würden abstürzen.

Sein Blick ging nach oben. Die Balken der Decke waren zu Hoch. Er hatte auch keinen Enterhaken dabei. Ein böser Fehler, der hätte vielleicht helfen können. Aber er bezweifelte, dass er so hoch werfen könnte.

Mary fing an zu zittern. „Wir werden es nie schaffen, oder?“ „Doch, doch. Er gibt eine Prophezeiung und wofür ist die den dann gut, wenn ich es nicht schaffe dich zu befreien. Irgendwo ist eine Lösung. Eine Täuschung. Ich werde sie finden. Solange musst du noch tapfer sein.“

„Solange du bei mir bist, schaffe ich das. Ich will nie wieder alleine sein. Eher betrete ich den zersplitterten Boden. Ich bin schon so lange hier. Ich weiss nicht mehr wie es vorher war. In  meinen Träumen sehe ich sie manchmal, meine Familie. Ich war Glücklich damals. Ich will das wieder haben. Oder gar nichts mehr.“

„Rede nicht so. Das erlaube ich nicht. Ich bin nicht hier um zu versagen. Ich habe geträumt dich in den Armen zu halten, das will ich jetzt auch spüren. Hörst du. Nur nicht verzagen. Liebste.“

Glitzernde Tränen liefen ihr die Wangen herunter, aber sie lächelte vertrauensvoll.

*

Während er weiter den Raum absuchte gingen die Kämpfe ausserhalb weiter.

Janis zog sein Schwert und hob den Schild zum Schutz an. Die Königin war vom Pferd abgestiegen. Jede ihrer Bewegungen schienen fliessend zu sein. Wie Rauch wirkte es wenn sie sich bewegte.

Sie drehte sich zu ihm und hob ebenfalls ihr Schwert.

Sie traten auf einander zu. Janis schlug als erstes zu. Sie parierte den Schlag. Janis wich dem Konter geschickt aus. So leicht würde er nicht zu besiegen sein. Er hatte genug Erfahrung gesammelt. So lange sie ihre Magie nicht anwenden würde.

Der nächste Schlag erfolgte von ihr. Sie zielte auf seine Schulter. Janis hob den Schild und der Schlag erschütterte ihn. Es lag unheimliche Kraft in ihm. Janis schlitterte etwas zurück. Und führte einen Vorstoss aus. Er versuchte ihre Mitte zu treffen, aber sie wich geschickt aus in dem sie einige Schritte zurück trat. So ging das weiter. Sie waren ebenbürtig. Jeder Schlag wurde gekonnt pariert und keiner wurde verletzt.

Janis spürte allerdings langsam eine Ermüdung in seinem Schwertarm. Er musste langsam mal einen Treffer landen. Den Schild hatte er bisher kaum gezogen, da er die Magie nicht abnutzen wollte. Er wusste, er würde den Schutz noch brauchen. Sie tanzten noch etwas miteinander, als Janis endlich eine Lücke fand und zustach. Er traf sie an der Seite. Das Schwert drang tief ein und als er es herauszog, kam ein Schwall Blut mit ihm. Die Königin schrie auf. Aber weniger vor Schmerz als vor Wut. „Gut mein Liebster. Jetzt sind die Spielereien vorbei. Jetzt wird es ernst. Sei gefasst.“ Und sie schleuderte ihm ihre Magie entgegen. Janis war schnell und zog den Schild zum Schutz hoch. Sie fluchte, als sie bemerkte, dass der Schild einen magischen Schutzschild hatte. Sie blickte zu dem Hügel auf dem Annet stand. „ANNET. Wir werden uns noch näher kommen heute. Liebste Schwester.“

Annet schauderte. Der Kampf der schon lange offen stand – heute würde er ausgetragen. Aber erst musste sich Janis Schicksal erfüllen. Nur so würde er leben können.

Fortsetzung folgt

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Schreib mit mir Teil 4 – Das Königreich im Spiegel #17

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Kapitel 14

Was bisher geschah:

Beide Lager treffen jetzt aufeinander. Auf beiden Seiten sind viele Mitkämpfer eingetroffen. Jetzt wird der Kampf losgehen. Arlo hält sich beim Kämpfen zurück – seine Aufgabe ist es den Turm zu stürmen und Mary zu retten.


Mit einem ohrenbetäubenden Schreien flogen die Raben auf sie zu. Die Katzen reagierten sofort und fingen wieder an sie im Flug zu fangen. Die Hunde beschäftigten sich  mit den Skeletten. Sie stürzten sich auf sie und ihre Kiefer zermalmten die Skelette wie Kreide. Die Schatten versuchten den Angreifern die Sicht zu versperren, aber Annet hatte die Waffen magisch gesegnet, und sie schnitten gerade durch die Schatten, die sich auflösten. Am schwierigsten waren die Geister. Sie stürmten auf die Angreifer zu und wollten in die Körper einfahren. Da halfen die kleinen Feen und ihr Feenstaub. Jeder ausgestreute Staub, der einen Geist berührte liess den Geist auffahren in die Erlösung. Das Tal erklang von gelöstem Stöhnen, der erlösten Geisterseelen, die endlich der Gefangeschaft der bösen Königin entkommen konnten.

Auch die Gargolys waren ein schwieriger Gegner, aber um die kümmerten sich hauptsächlich die Elfen und die Einhörner. Jeder abgeschossene Pfeil traf sein Ziel. Die getöteten Gargoyles vielen zu Boden und zerbrachen dort, als sie sich in Stein verwandelten. Ebensolche Auswirkungen hatte ein Stoss mit einem der Hörner auf dem Kopf der Einhörner.

Bis jetzt sah es so aus, als würde Janis und Arlos Truppe siegen. Sie hielten sich aber mit verfrühter Freude zurück. Sie wollten auf keinen Fall ihre Aufmerksamkeit verlieren und unachtsam werden.

Janis beobachtete Kato. Sie kämpfte wie eine Löwin um ihre Jungen. Er konnte kaum die Augen von ihr lassen. Seine Besorgnis war unbegründet. Sie war eine Kriegerin. Sie bewegte sich, als wäre sie dafür geboren worden. Es wäre eine Verschwendung gewesen, dieses Talent in einer fürchterlichen Ehe zu verlieren. Er würde regelmässig mit ihr trainieren. Er freute sich schon auf die Stunden, die sie miteinander verbringen würden. Aber jetzt war die Königin sein Ziel.

Während der Kampf auf dem Feld sich zuspitzte, ging endlich die Sonne auf. Arlo beobachtete ihren Lauf und als ihre Strahlen endlich den Turm berührten, konnte er den Eingang erkennen. Schnell rannte er darauf zu. Viele stellten sich ihm in den Weg, aber Annet liess ihre Magie wirken. Sie schickte Katzen und Hunde hinter ihm her um ihm die Angreifer vom Leib zu halten. Die Elfen schossen die Pfeile auf die angreifenden Gargoyles und vor dem Tor flogen die kleinen Feen um ihn noch schnell mit Feenstaub zu bestäuben. „Es wird dich schützen.“ Flüsterten sie.

In seinen Gedanken erschien Annet. „Arlo, es wird nicht einfach werden. Du musst vertrauen in dich und deine Gefühle haben. Dann schafft ihr das da heraus.“ „Danke Annet.“

Sie lächelte sanft. Arlo trat ein. Es war stockdunkel im Inneren. Seine Augen, durch das Sonnenlicht wie geblendet mussten sich erst an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen. Es war kein Ton zu hören. Die Kampfgeräusche von aussen wurden nicht hinein getragen. Es war wie in einem Vakuum. Diese Stille schien ihn zu erdrücken.

Jetzt konnte er eine Treppe vor ihm erkennen. Er versuchte sich an seine Vision zu erinnern. Aber sie zeigte ihm nicht ob nach oben oder unten. Er überlegte: Wo würde ich meine Gefangene einsperren. Im Keller wäre sie isoliert. Aber der Turm ist besser zu schützen. Hm. Da man aber davon ausgeht, dass Gefangene immer im Turm gehalten werden – ich gehe nach unten. Mein Gefühl sagt mir unten. Und Arlo nahm die Treppe nach unten.

*

Janis kämpfte sich durch die Horden von Skeletten, Schatten und wich Geistern aus. Er zog sein Schwert nach oben um einen  Gargoyle abzuwehren und eine Katze sprang auf seine Schulter um einen Raben zu reissen, der es ausnutzen wollte, dass Janis gerade abgelenkt war.

Janis verbeugte sich vor der Katze und rannte weiter. Endlich war er am Fuss des Hügels angekommen. Er blieb stehen und schaute nach oben. Die Königin war eine imposante Erscheinung. Sie strahlte eine Ruhe und Macht aus. Er fühlte Angst. Dann dachte er an Mary und wie lange sie gelitten hatte. Wie lange sie schon ohne ihre Familie eingesperrt lebte. Dieses Gefühl vertrieb die Angst. Und er stürmte den Hügel.

Die Königin hatte Janis schon während des Kampfes beobachtet und bewundert. Ein prachtvoller Bursche. Er darf nicht sterben. Denn wenn ich siege, will ich ihn an meiner Seite. Als Krieger und Geliebten. Er faszinierte sie und sie bereute erneut, dass sie ihn damals nicht gleich mitgenommen hatte. Aber er war damals nicht interessant genug. Nun, diesen Fehler würde sie nicht wiederholen.

Sie amüsierte sich über sein Engagement. Er stürmte zu ihr hoch und blieb vor ihr stehen.

„Königin. Ich bin hier um meine Rache zu fordern. Du hast meine Schwester ihrer Familie entrissen und eingesperrt. Ihre Kindheit geraubt. Ihre süsse Unschuld. Dafür musst du büssen. Steig von deinem Pferd und kämpfe ehrlich  mit mir.“

„Ach du lieber Tor. So prachtvoll in deiner Überzeugung, aber so schwach. Du wirst niemals gegen mich siegen. Ein Sterblicher. Du bist wirklich entzückend. Aber ich will dir natürlich die Chance nicht verwehren. Vielleicht schaffst du es tatsächlich. Aber du weisst, ich bin eine schwarze Hexe. Und die können nicht ehrlich kämpfen. Also musst du damit umgehen und meinen Zaubern ausweichen. Ich sehe, Annet hat dir ein Schild mitgegeben. Da am Rücken hängt es. Du solltest es nutzen.“

Janis war verunsichert. Aber entschlossen. Er musste es versuchen. Das Schild am Rücken hatte ihm Annet zum Beginn der Schlacht gegeben. „Du wirst es brauchen. Es wehrt magische Angriffe ab. Aber es verliert mit der Zeit seinen Schutz. Also musst du dich beeilen.“

Fortsetzung folgt.