Allgemein, Einzelaktionen

Schreib‘ mir eine Detektivgeschichte! Part 3 von 4

Es geht weiter in meiner Mordermittlung – eine Einladung von Annie

Part 1 findet ihr HIER

Part 2 findet ihr HIER

Ich betrat die Küche und beobachtete Marta etwas bei ihrer Tätigkeit. Sie hatte gerötete Wangen und ihre Haare waren schon etwas aufgelöst. Sie sah einfach toll aus. Still mein Herz….

„Christian, schön dass du noch mal vorbei kommst. Hast du Hunger? Ich hab eine leckere Kürbiscremesuppe. Eine meiner Spezialitäten.“ „Wenn du mich so nett einlädst, kann ich wohl kaum nein sagen.“ Sie führte mich zum Stuhl und drückte mich herunter. Dann landete schwungvoll ein Teller vor mir und mit einer gekonnten Bewegung schenkte sie mir die Suppe ein und sie hatte nicht übertrieben. Sie war einfach köstlich. Ich würde dick werden mit dieser Frau.

Nach dem Essen saßen wir noch gemütlich bei einem Kaffee und Kerzenlicht am Esstisch. Ein massiver Tisch aus Holz – sehr gemütliche Atmosphäre. Ein bisschen romantisch. Aber leider musste ich die Stimmung etwas dämpfen. Ich musste sie fragen. „Sag mal. Ich habe mit Vincenco geredet. Er ist nicht so familiär eingestellt wie du. Er wird wohl nicht so integriert?“ „Ach, das liegt aber auch bisschen an ihm. Er ist sehr distanziert. Und ich habe ja auch bei den Kindern geholfen. Da war die Beziehung zur Familie bisschen anders.“ Hm stimmt wohl. „Erzähl mir doch bisschen was über die Familie.“ „Ich weiß nicht, ich will nicht tratschen.“ „Ich werde sowieso alles herausfinden, ich bin wirklich gut in meinem Job.“ „Und so bescheiden.“ Schmunzelte sie. Ich musste mich zurückhalten meinen Kopf nicht auf meiner Hand abzustützen und sie anzuhimmeln.

„Gut. Wo fange ich an?“ „Erzähl am besten bisschen über Marcello. Ich will ihn besser kennen lernen. Er ist der Einzige, der mich nicht mehr belügen kann.“ „Hei.“ „Na, Anwesende immer ausgenommen.“ Zwinkerte ich ihr zu. „Ich hatte dir ja schon gesagt, dass er ein toller Junge war. Er konnte einen wirklich um den Finger wickeln. Diese großen braunen Augen. Ich sag dir, man konnte nur schmelzen in seiner Nähe. Kein Wunder, dass er so viel Mädchen in seinem kleinen schwarzen Buch stehen hatte. Sie gaben sich wirklich die Klinke in die Hand. Aber binden wollte er sich nicht. Obwohl es besser gewesen wäre. Er hätte eher die Chance gehabt zu Erben. Sarah ist müde, sie will sich bald zurückziehen. Sie weiß schon dass Marcello besser geeignet wäre, aber sie will eigentlich, dass das Gut in Frauenhand bleibt. Sie will alles Vega vererben und wollte Marcello auszahlen. Aber das weißt du auf keinen Fall von mir.“ „Was ist mit Jan?“ „Jan, er ist kein guter Mensch. Er hat Vega umgarnt und unter Druck gesetzt. Er will definitiv alles Erben, deswegen haben sie so schnell geheiratet im letzten Jahr. Erst dachten wir, es wäre was Kleines Unterwegs, weil es so plötzlich kam. Aber er hat sie nur manipuliert.“ „Will Vega denn das Weingut führen?“ „Ich glaube nicht. Sie könnte es, aber eigentlich ist sie zu nett. Das wäre dann wohl Jans Part. Sie wäre gerne Lehrerin, da geht sie wirklich drin auf. Aber sie könnte das Gut führen, ich traue es ihr zu. Sie müsste nur etwas härter werden.“ Ich nickte. Es war spät. Ich erhob mich. Ich sollte jetzt gehen. Es fiel mir schwer, da ich die Gesellschaft von Marta wirklich genoss, aber ich musste noch etwas arbeiten.

+++

Im Revier angekommen sammelte ich nochmal die Fakten.

Sarah wollte das Gut abgeben, am liebsten an Vega.

Jan wollte auf jeden Fall das Gut Erben – ein Motiv um Marcello los zu werden

Marcello hatte eigentlich kaum Chance auf das Gut. Er war Sarah wohl zu unbeständig, obwohl er geeignet gewesen wäre.

Meine Motive hielten sich in Grenzen.

Morgen würde ich mich mal bisschen bei den Arbeitern umhören. Die hatten meist den besseren Überblick und die Gerüchteküche brodelte dort meist am stärksten.

+++

Am nächsten Morgen versuchte ich noch mal mein Glück Sarah Finelli abzupassen, aber ich wurde schon wieder vertröstet. Ich solle es einfach später versuchen. Das würde ich, und es würde Frau Finelli nicht gefallen.

Ich begab mich unter die Arbeiter und fragte hier und da etwas die Leute aus. Sie waren sehr redselig. Eigentlich wurde die Polizei immer etwas auf Distanz gehalten, da nicht immer jeder Gelegenheitsarbeiter unbescholten war. Ich war sehr erfreut hier einige Gerüchte aufzufangen. Da gäbe es doch einiges aufzuarbeiten. Ich hatte einiges an Geheimnissen aufschnappen können. Das Bild der Familie verdichtete sich. Ich fing an den Mörder einzukreisen, dachte ich.

Zurück im Revier dauerte es keine halbe Stunde, als mir mein Gast angekündigt wurde. Im Verhörraum saß eine ziemlich angesäuerte Frau Finelli. „Frau Finelli, schön, dass sie es endlich einrichten konnten mit mir zu sprechen.“ „War das nötig? Es sollte doch diskret von statten gehen.“ „Sie liessen mir keine andere Wahl, gnädigste. Ich hatte mehrfach versucht sie in ihrem Haus anzutreffen, aber sie haben mich immer vertröstet. Ich bin nicht ihr Hampelmann. Das ist eine ernste Sache und für ihre Familie sieht das hier nicht ganz so rosig aus. Es gibt einige Motive.“ „Motive. Wer aus meiner Familie sollte ein Interesse daran haben meinen Sohn zu töten? Ich vielleicht?“

„Dazu werde ich noch später kommen. Ich will jetzt erst mal von ihnen wissen, wo sie am besagten Tag waren?“ „Ich war zu einem Abendessen bei Freunden geladen. Den Micellis, da können sie gerne nachfragen. Ich bin so gegen zweiundzwanzig Uhr dort weg. Mein Butler kann ihnen bestätigen, dass ich etwa eine halbe Stunde später zu Hause ankam. Natürlich bin ich alleine gefahren, ich habe schon lange keine Chauffeur mehr. Also für diese halbe Stunde habe ich kein Alibi. Aber ich benötige diese Zeit um von den Micellis zu mir zu kommen. Das können sie testen. Also kann ich meinen Sohn nicht getötet haben. Ich bin gleich auf mein Zimmer gegangen und meine Zofe kann dies bestätigen. Ich habe mir von ihr ein Schlafmittel geben lassen, da ich unter Schlafstörungen leide. Das können sie alles erfragen.“ Mir ging ihre überhebliche Art ziemlich auf die Nerven. Aber ihr Alibi klang belegbar.

„Das werde ich natürlich alles gegenchecken. Was ist mit Marcello. Haben sie eine Ahnung mit wem er sich in den Weinbergen getroffen hat?“ „Nein, mein Sohn hat mir schon lange nicht mehr mitgeteilt, was er wann mit wem unternimmt. Er war ein erwachsener Mann. Nicht einfach aber sehr selbständig.“ „Gut. Sehen sie, es hat doch gar nicht wehgetan. Ich bedanke mich für ihr entgegenkommen. Mein Assistent wird sie hinausbegleiten.“ Sie schnaubte verärgert über die verschwendete Zeit. Innerlich ging mir das runter wie Öl.

+++

Als ich am nächsten Tag wieder bei den Finellis auftrat, ging ich gleich in die Küche. Die Tür war angelehnt und ich konnte einen heftigen Streit zwischen Marta und Sarah hören. Sie stritten sich auf Italienisch. Verdammt. Eine wirklich sehr emotionale Sprache, die wirklich erotisch klang, wenn gestritten wurde. Ich hörte die Tür zum Treppenhaus zu schlagen und betrat die Küche. „Christian, wieder hier?“ „Kann ich denn weg bleiben? Wo doch die Verlockung so groß ist? Aber ich bin zum Arbeiten hier. Was war denn los, bei euch beiden?“ „Hm? Ach Sarah. Sie ist manchmal sehr hitzköpfig. Sie erwartet am Samstag Gäste und hat wieder mal ausgefallene Wünsche. Aber ich bin alleine in der Küche und das ist nicht so leicht zu stemmen. Jetzt bekomme ich eine Aushilfe. So ist das wenn zwei italienische Frauen streiten.“ Lachte sie. Trotzdem war ich skeptisch, das klang nicht nach einem Haushaltsstreit für mich. Aber was wusste ich schon.  Wir plauderten noch etwas und verabredeten uns schließlich für den Freitag zum Essen und natürlich um noch über den Fall zu reden.

Ich ging noch mal zum Tatort. Die Spurensicherung hatte alles abgesperrt. Aber die meisten Spuren waren auch schon verwischt. Nach der Aufnahme war es nicht mehr wichtig ihn aufrecht zu erhalten. Ich wunderte mich schon, dass Sarah nicht drauf drängte ihn frei zu geben um die beschädigte Rebe zu beschneiden.

Ich ging zurück zum Auto und verließ erst mal ohne neue Kenntnisse den Ort. Im Revier angekommen stellte ich mich wieder an die Tafel und pikte neue Erkenntnisse daran.

Der Kreis zog sich immer enger um Jan Scherke. Er hatte Motiv, Gelegenheit und die Kraft. Ich brauchte nur noch Beweise.

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7 Gedanken zu „Schreib‘ mir eine Detektivgeschichte! Part 3 von 4“

  1. Huhu,

    hm. Okay. Schade, dass man nicht mitkriegt was das für Erkenntnisse sind. Vielleicht hätte man ein paar Gedankengänge miteinbauen können. Ich bin gespannt. Kommt wirklich nur noch ein Teil? Da bin ich gespannt.

    LG Corly

    Liken

      1. Ja stimmt. Aber ich werde gerade auch nicht mit allen meinen Wordgeschichten warm. Vielleicht bin ich aus welchen irgendann auch wieder raus. Aber noch schreibe ich. Okay. Mal sehen ob ich ihn morgen lese. Vielleicht auch erst Freitag. Ich bin auf jeden Fall gespannt. Man merkt ja auch irgendwie, wenn es die richtige Geschichte für einen ist. Vielleicht schreibe ich momntan auch einfach zu viel. Aber es sind so gute Ideen.

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      2. ja, die Zeit. Man schafft es einfach nicht alles und da ich an vielen immer nur ein bisschen schreibe und auch nicht am Blog raus komme ich oft nicht richtig weiter.

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