Weihnachten, writing friday

Writing Friday – Weihnachten in Gefahr Part 2 v. 2

Hier ist der 2. Part zum Writing Friday, über die Entführung des Weihnachtsmanns.

Wer noch mal nachlesen will. HIER findet ihr Part 1.


Part 2

Was bisher geschah: Der Weihnachtsmann wurde entführt. Mitten in der Vorweihnachtszeit. Ein Videobeweiß bestätigte Frau Weihnachtsmann, dass hier irgendetwas faul war.

Frau Weihnachtsmann bestellte eine heiße Schokolade und paar Vanillekipferl. Es gab nichts, was Vanillekipferl nicht wieder hinbekommen würden (Zitat aus Silber von Lottie).

Glitzer saß mit Sparkle in der Cafeteria und sie genossen die leckeren Lebkuchen der Köchin, mit einem kleinen Weihnachtspunsch. Es war schließlich schon nach achtzehn Uhr, da durfte man auch mal einen Schuss Alkohol trinken. Vor allem bei dem Chaos, das herrschte. „Meinst du das Weihnachtsfest ist in Gefahr?“ Sparkle knabberte an seinem Lebkuchen und blickte verdrossen in die Runde. Keiner wusste Bescheid und es herrschte reges Treiben. Ein kommen und gehen. Ein beruhigendes Gemurmel, der kleinen Helferlein. Sie waren so unbedarft. Sparkle wünschte sich in ihre Situation. Es war ein Desaster. Was wenn der Weihnachtsmann nicht gefunden wurde? Frau Weihnachtsmann würde das schon regeln. Ja, da war er sich sicher.

„Meinst du es war vielleicht der Grinch oder vielleicht Jack Frost? Ach je, das ist echt aufregend.“ Er schaute sie an und bemerkte wie ihre Wangen leicht erröteten. Sie genoss dieses Abenteuer. „Das wird schon gut ausgehen. Das ist nicht die erste Krise, die wir zu bewältigen haben. Und der Weihnachtsmann ist auch nicht das erste Mal verschwunden. Gut dieser hier schon. Aber es gab andere vor ihm, die sind auch schon mal nicht aufzufinden gewesen. Einmal musste der Bruder des Weihnachtsmanns ausfliegen. Oh Mann, das war was. Der hat die Hälfte der Geschenke vertauscht. Was ein Chaos sag ich dir.“ Er lächelte vor sich hin. Damals war er noch ein Jung-Wichtel. „Komm, wir sollten ihn suchen gehen. Vielleicht ist er nur irgendwo eingeschlafen. Du weißt wie gerne er ein Nickerchen macht.“ Die beiden erhoben sich und verließen die Cafeteria. Draußen war es kalt und Glitzer zitterte. Sparkle legte ihr seinen Schal um und zog sie leicht an sich. Sie war schon ein süßes Wichtelmädchen. Er würde sie nach dem ganzen Chaos mal zu einem Glühwein einladen. Er brauchte einfach mal mehr Kontakt zu anderen.

Frau Weihnachtsmann wartete am Waffelstand auf Stampy. Sie hatte herausgefunden, was sie an dem Video störte, wollte aber erst mal den Bericht der Spitzel. „Hallo Stampy. Hier ein Kakao und eine Waffel. Lass uns dahinten in die Ecke gehen. Da hört uns keiner.“ Als sie sich setzten, bereitete Stampy einige Berichte aus. „Also, ich hab den Eisbären, die Pinguine, Robben und die Weihnachtshäschen gefragt. Sie haben den Weihnachtsmann gesehen. Er ist mit einem vermummten Mann unterwegs gewesen. Freiwillig, wie es aussah.“ „Das habe ich mir gedacht. Der Schuft. Ich sage dir was ich auf dem Video entdeckt habe.“ Sie verfiel ins Flüstern. Stampy stand erstaunt auf und stemmte die Hände in die Hüfte. „Nein!“ „Doch, da bin ich mir sicher. Ich sage dir, wir gehen jetzt mit dem gesamten GSG Weihnacht Team zu dem Entführer. Der wird erstaunt sein, dass wir ihn so schnell entdeckt haben. Und dann werden wir sehen, wie es weiter geht.“ „Alles klar, ich lasse die Schlitten anspannen.“

„Glitzer, Sparkle kommt mit, wir wissen, wo der Weihnachtsmann zu finden ist.“ Die beiden taten wie ihnen befohlen. Sie setzten sich in den Schlitten und deckten sich zu. Glitzer genoss die Nähe zu Sparkle und legte ihre kleine Hand direkt neben seine. Er ließ es zu und sie strahlte ihn an. Frau Weihnachtsmann hatte ihren roten Mantel mit dem weißen Pelzkragen an und eine weiße Pelzmütze. Sie selbst führte einen der Wagen. Sie machte eine stattliche und einschüchternde Figur, wie sie so mit den Zügeln in der Hand im ersten Wagen stand. „Hiha – auf ihr Rentiere. Wir holen jetzt den Weihnachtsmann nach Hause.“ Die GSG Weihnacht Wichtel waren alle hell angezogen, sodass sie nicht im Schnee auffallen würden. Vermummt und schwer bewaffnet, standen sie diszipliniert in den Schlitten und fuhren los. Die Rentiere zogen die Schlitten ohne Problem nach oben. Ihre Hufe machten keinerlei Geräusche. Sie traten in der Luft und bewegten sich sicher vorwärts.

Etwa eine Stunde später rief Frau Weihnachtsmann: „Stopp, hier müssen wir landen, damit wir unauffällig stürmen können. Dort hinten müsste der Weihnachtsmann gefangen gehalten werden. Ein diabolisches Grinsen huschte über ihre Lippen. Die würden sich umgucken, wenn sie gleich stürmten. Sie gab den leisen Befehl sich anzuschleichen. Natürlich ließ sie es sich nicht nehmen, voran zu schleichen. Als sie vor dem Eingang standen, blickte sie durch das Fenster. Das hatte sie sich gedacht. Dort konnte sie den Weihnachtsmann sehen. Und den Entführer. Der Schuft. Der würde sich gleich umgucken.

Mit der Hand gab sie den Befehl zu stürmen. Mit einer Türrame öffneten die Spezialisten die Tür. Geduckt enterten sie das Wohnzimmer. „Hände hoch. Keine Tricks. Wir schießen ohne Vorwarnung.“ Der Weihnachtsmann und der Entführer schossen aus den Sesseln und ließen ihre Arme nach oben zucken. Dabei fielen die Tassen und Pfeifen auf den Boden. Hoheitsvoll betrat Frau Weihnachtsmann den Raum. Sie blickte sich kalt um und ignorierte die beiden Männer. Dann schaute sie mit eisigem Blick zu ihrem Mann. „So, so, so.“ Sagte sie langgezogen. Bei jedem Ton zuckte der Weihnachtsmann zusammen. „Äh – es ist nicht so wie es aussieht. Ich stehe unter dem Stockholmsyndrom, glaube mir Liebste. Ich hatte wahnsinnige Angst das hier nicht zu überleben. Und so.“

„Ahm, ahm, ahm…Ja mein Schatz, das kann ich sehen. Wie umsichtig von deinem Entführer, dass du deine gepackte Tasche mitnehmen konntest. Ja, ich habe auf dem Video gesehen, wie du sie am Rand des Bildes hervorgeholt hast. Ihr habt nicht aufgepasst in dem Moment. Die Kamera hat es aufgenommen. Hast du denn immer eine gepackte Tasche für den Fall einer Entführung in deinem Büro stehen, hm?“ Der Weihnachtsmann errötete und wand sich. „Ach nein mein Hase, das ist doch für den Notfall, wenn ich mal ins Krankenhaus muss.“ „So, so. Weil der Weihnachtsmann ja auch krank wird. Du bist ein magisches Wesen – du wirst nicht krank. Also, was ist los. Und seit wann bist du so dick befreundet mit dem Grinch?“ Sie drehte sich fragend zu dem grünen Kerl um, der unter ihrem Blick zusammensackte. „Wir haben uns halt angefreundet im Laufe der vielen Jahre.“ „Mit dem Grinch? Ist Jack Frost vielleicht auch hier irgendwo?“ Die beiden Schuldigen blickten sich unsicher an. „Ach kommt schon. Echt jetzt? Jack? Wo bist du? Ihr seid aufgeflogen. Komm schon und gesell dich zu uns. Es könnte gemütlich werden.“ Die Tür zur Linken öffnete sich und ein schuldbewusster Jack Frost erschien. „Hallo Frau Weihnachtsmann. Gut sehen sie aus. Das Rot steht ihnen.“ „Ich trage immer Rot. Natürlich steht mir das. Das soll ja auch so sein. Also erzähl mir doch bitte, geliebter Gatte, was das Theater sollte.“

Er räusperte sich. „Ähm. Ja ich habe Burn Out.“ „Burn Out!?“ Sie drehte sich zu ihrem Gefolge um. “Burn out. Nein so was.“ sagte sie sarkastisch. “wie wäre es denn mit einem Gespräch gewesen? Wir hätten doch gemeinsam mit den Ratsmitgliedern eine Lösung fingen können. Und was soll das heißen, Burn out. Du hast vielleicht mal vier richtig stressige Wochen. Den Rest der Zeit kannst du dich ausruhen und machen was du willst. Nicht zu fassen. Warum macht das keine Frau? Warum ein Mann. Die sind einfach nicht belastbar. Ich kann das nicht verstehen. Gut, jetzt pack dein Zeug, schlüpfe in deinen Anzug und komm mit nach Hause.“ Kleinlaut verabschiedete sich der Weihnachtsmann von seinen neuen Freunden und stieg zu seiner Frau in den Schlitten. Die Fahrt verlief ruhig. Schmutzige Wäsche wusch man nicht vor dem Personal.

Zu Hause angekommen, ging das GSG Weihnacht zurück zur Basis. Glitzer ließ sich von Sparkle zu einem Glühwein einladen und Ehepaar Weihnacht zogen sich in ihre privaten Gemächer zurück.

„So, mein Lieber. Wie lange sind wir jetzt verheiratet? Hä? Genau. 425 Jahre. Genauso lange wie du Weihnachtsmann bist. Warum sagst du mir denn nicht, dass du nicht mehr willst? Hä?“

„Ähm.“ Er scharrte mit seinen Füßen und druckste herum.“ Ich wollte nicht schwächlich vor dir wirken. Du bist immer so stark. Du liebst Weihnachten und alles was damit zusammen hängt.“ „Du doch auch.“ „Ja schon, aber ich will nicht mehr Weihnachtsmann sein. Ich will einfach ein normaler Mann sein, der immer mal wieder in die Fabrik kommt und mitmacht. Ich will nicht mehr.“ Sie griff sich ans Kinn. „Gut. Gut. Dann wird es wohl Zeit.“ Sie ging ans Telefon. Ein kurzes Gespräch brachte Klarheit. Ein Ersatz war da. „Nicky kommt nach Hause.“ „Ist er denn schon so weit?“ „Bitte, er ist kein Kind mehr. Er ist jetzt schon 250 Jahre alt. Es wird Zeit, dass er in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Er wird der neue Weihnachtsmann. Und eine Frau scheint auch schon vorhanden zu sein. Er bringt ein Mädchen mit.“ Eine Träne kullert dem Weihnachtsmann die Wange hinunter. Er trat auf seine Frau zu und nahm sie zärtlich in die Arme. Ihr Gesichtsausdruck wurde sanfter und sie drückte ihm einen zimtigen Kuss auf die Lippen. „Ja, ich denke es wird Zeit, dass wir in den Ruhestand gehen. Ab sofort werden unser Sohn und seine zukünftige Frau sich um den Nordpol, mit dem gesamten Weihnachtsgeschäft kümmern. Die nächste Generation ist jetzt dran.“ „Ja, Weihnachten wird es immer geben. Einen Weihnachtsmann wird es immer geben. Hohoho. Frohe Weihnachten euch allen.“

Ende

5 Gedanken zu „Writing Friday – Weihnachten in Gefahr Part 2 v. 2“

  1. Huhu,

    hiermit bin ich jetzt auch durch. Eine wunderbare Weihnachtsgeschichte. Was für eine witzige Idee. Ein Weihnachtsmann mit Burnout. Genial. Ich hatte jetzt mehr Action erwartet. Ein bisschen ist der Ansatz ähnlich zu meiner Idee. Dass der Weihnachtsmann nicht mehr will. Die Geschichte hat mir wirklich gefallen. Bitte mehr davon. Eine glatte 1 ++. Die war richtig kreativ.

    LG Corly

    Gefällt 1 Person

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