Action, writing friday

[#WritingFriday] Week 14 – eine tödliche Lüge Part 4

Diese Fortsetzung gehört zu einer Geschichte, die ihren Anfang beim #Writing Friday hatte.

HIER kommt ihr zum Anfang der Geschichte

Hier den Teil davor

Was bisher geschah

 Eva, Annette und Vanessa hatten jetzt Waffen. Während sie ihre Strategie planten taucht ein Rekrut auf. Lukas. Sie überwältigen ihn aber töten ihn nicht. Annette kann schiessen  und erledigt von einem Hochsitz aus vier der Gegner, bevor sie selbst erschossen wird. Vanessa ist total aufgelöst. Aber sie müssen weiter kämpfen. Die nächsten zwei Gegnerinnen tauchen auf. Eine davon ist Evas Freundin, die sie zu diesem Tripp mit gebracht hatte. Ein Kampf auf Leben und Tod für Eva und Vanessa.

Es wurde dunkel. Wir waren schon einige Zeit schweigend nebeneinander gelaufen. „Ähm. Willst du darüber reden?“ sprach ich sie an. „Was gibt es da zu reden. Du kennst das doch, wenn man immer alles in sich hinein frisst, platzt man irgendwann und das kommt immer zum falschen Zeitpunkt. Nur dieses Mal war der Zeitpunkt wirklich perfekt. Meinst du ich habe etwas überreagiert als ich ihr die Kehle auf schlitzte? Vielleicht hätte ich…ach nein – ich glaube, das war unter den gegebenen Umständen doch das humanste. Schnell und fast schmerzlos. Wie lief es bei dir. Du bist verletzt.“ Ich berichtete kurz von meinem Kampf. Sie nickte und wirkte etwas abwesend. „Wir sollten uns für die Nacht einen Unterschlupf suchen.  Hier – das habe ich bei Lukas gefunden.“ Sie hielt mir einen Riegel hin. Ich riss ihn an mich und riss die Verpackung auf. „Iss nur – er hatte zwei. Wie für uns bestimmt.“ Sie lächelte. Jetzt erst merkte ich, dass ich wirklich hungrig war.

Ich zeigte auf eine Stelle. „Schau – da ist vielleicht ein guter Platz – ich sehe einen kleinen Bach und ein Laubwald. Das bedeutet er ist im Moment dicht und es gibt viele Blätter.“ „Ja klingt gut. Hier – das habe ich auch von Lukas.“ Sie hielt mir ein T-Shirt hin. Sich selbst hatte sie ein Hemd angezogen. Wie toll sich das anfühlte – warm und kuschelig – fühlte ich  mich sicher und nicht mehr so nackig wie vorher. Das gab mir noch mehr Mut um das hier zu überstehen.

Wir fanden einen tollen Platz. Am Wasser stillten wir unseren Durst. Ich hoffte, dass es nicht zu verunreinigt war und wir Durchfall bekämen – aber das war mir im Moment egal. Etwas abseits lag ein umgestürzter Baum unter dem sich eine perfekte Kuhle für uns befand. Schnell sammelten wir etwas Blätter um und ein gemütliches Lagern zu machen – soweit man von gemütlich sprechen konnte. Wir krabbelten hinein und verhielten uns erst mal still um zu lauschen. Aber es war still. „Was meinst du, wie viele es noch sind.“ Fragte ich Eva. „Das ist schwer zu sagen. Deine Maja – mein Mark und der Boss. Wieviel haben wir erledigt. Den Kerl am Anfang – der gehörte bestimmt zu Jens. Lukas zu der Kleinen. Du hattest die von der Älteren. Ich meine Freundin. Annette – sie muss auch noch eine Begleitung haben. Also wenigstens vier sind es noch.“ Noch vier. Ich war schon jetzt total am Ende. Und meist konnte man davon ausgehen, dass die verbleibenden, die besten sind. Ich erzählte Eva von meiner Befürchtung. „Maja, kann ich  mir nicht vorstellen. Sie wird einfach sein. Mark – eigentlich ist er ein Weichei. Aber ich  kenne ihn ja nicht wirklich. Zu Hause hat er nichts gemacht. Zwei linke Hände. Ich weiß aber nicht wie gut er im Schießen ist. Wir sollten versuchen – wie Annette – sie von fern zu erwischen. Obwohl ich Mark selbst erledigen will. Ich habe bisher noch nicht geschossen. Aber ich habe oft darüber gelesen und Videos gesehen. Ich kann die Waffe bedienen, aber ob ich auch treffe, dass bezweifle ich.“ „Einen Versuch ist es wert. Ich kann so eine Waffe noch  nicht mal bedienen. Wir müssen auf jeden Fall noch zwei von weiten ausschalten. Gegen vier kommen wir nicht an.“ „Ja – das stimmt wohl. Wir versuchen es einfach. Learning by doing. Wenn ich sie verfehle – müssen wir uns was anderes überlegen – wenn wir da noch leben.“ Ich nickte und legte mich hin. Ich war so müde und erschöpft. Sollte ich das überleben, würde ich mindestens eine Woche nicht mehr aus der Wanne herauskommen. Jeder Muskel schmerzte und die Wunde pochte. Ich hoffte sie würde sich nicht entzünden. Ich hatte kaum fertig gedacht, schlief ich ein.

Es dämmerte und ich war tatsächlich vor Eva wach. Es beruhigte mich etwas, dass sie geschlafen hatte und nicht wieder herum gewandert war. Sie rieb sich etwas desorientiert die Augen. Sofort war sie hellwach. Ihr war wohl eingefallen wo sie sich befand und was vorgefallen war. Schnell wollte sie aus unserem Versteck. Ich hielt sie zurück. „Warte – lass uns erstmal richtig wach werden und überlegen wie wir weiter vorgehen.“ „Ok. Wir sollten beim ursprünglichen Plan bleiben. Wir sollten uns auf sie zu bewegen. Sie werden zwar dieses Mal vorbereitet sein – aber alles andere macht keinen Sinn. Ich muss nur näher dran. Ich kann nicht aus der Entfernung wie Annette schießen. Das ist mir zu weit.“ „Gut, lass uns die Dämmerung nutzen. Vielleicht schlafen sie noch, oder haben nur eine Wache.“ Sie sammelten sich. „Warte – das T-Shirt ist zu auffällig.“ Ich blickte mich um. Am Bach war genug aufgewühlter Schlamm. Schnell huschte ich hin und wälzte das T-Shirt darin. Gut, dass ich es nicht waschen musste. Schmunzelte ich.

Wir bewegten uns so schnell wie in dem Licht möglich, in die Richtung der Basis. Dort angekommen, kauerten wir uns in die umliegenden Büsche und versuchten unsere Blicke scharf zu stellen. Das war nicht so einfach. „Ich sehe nur einen. Das ist bestimmt Annettes „Anwärter““, meinte ich. „Wenn ich mich von rechts anschleiche, kann ich ihn vielleicht außer Gefecht setzen.“ Überlegte ich. Eva runzelte die Stirn. Meinst du, du schaffst den alleine?“ „Muss ich – du musst mir Rückendeckung geben mit dem Gewehr. Ich versuche ihn etwas weg zu locken. Er wirkt nicht gerade helle – außerdem ist er müde. Ich versuche es. Halte dich in der Nähe um eventuell zu schießen, oder mir mit dem Messer zu helfen. Du wirst das schon richtig einschätzen.“ Sie nickte einmal zur Bestätigung und ich ging nach rechts. Ich hielt nach einem Stein oder Ast Ausschau, den ich werfen wollte um ihn weg zu locken. Aber als ich an meinem Ziel ankam, überlegte ich es mir anders. Ich gab ein Geräusch von mir, als wäre ich gestolpert und warf dann schnell einen Stein  hinter her. Meine Taktik funktionierte. Ich hatte ihn richtig eingeschätzt. Ohne Unterstützung zu holen lief er in die von  mir gewünschte Richtung. Ich duckte mich in einem Busch – wie ein Kastenteufel, bereit aufzuspringen wenn der Deckel aufging. Mein Deckel würde dieser Misthaufen sein, der gleich an mir vorbei ging. Vorsichtig ging er an mir vorbei. Ich hatte einen längeren Ast in der Hand. Der Mann war etwa so groß wie ich. Als er an mir vorbei ging sprang ich auf und schlug zu. Ich traf ihn nicht genau, aber es reichte aus um ihn zum Stolpern zu bringen. Dabei fiel er auf die Knie. Ich holte noch mal aus, aber das sah er kommen und fing den Schlag mit dem Gewehrlauf ab. Dabei ließ er es zwar fallen, aber stürzte sich schnell auf mich. Ich lag unter ihm und musste  mir sein dreckiges Lachen anhören.

„Hallo, Vanessa, nicht wahr? Schön dass du vorbei gekommen bist. Mir wurde schon langweilig. So kann ich mich etwas mit dir vergnügen bevor ich dich dann absteche wie ein Schweinchen. Kannst du quieken wie ein Schwein?“ Fragte er mich, als er sich an meiner Unterhose zu schaffen machte. Ich versuchte aus seinem Griff zu entkommen – aber er war zu stark. Was jetzt – ich hoffte Eva würde kommen und mich befreien. Warum kam sie nicht? Hinter dem Klotz, der grob an mir rumfummelte erschien plötzlich ein Schatten – ich atmete auf. Eva – aber es war nicht Eva – es war Maja. „Kevin – du Idiot – du sollst doch deine dreckigen Finger von ihnen lassen. Du perverser Sack. Lass meine Freundin los. Fessle sie. Jens wartet schon.“ „Mensch – du gönnst mir aber auch gar nichts – sie ist schon lecker.“ „Hör auf, du machst ihr Angst. Mach deine Arbeit und bring sie zu Jens – die andere ist schon da.“ Oh nein – sie hatten Eva.

„Hallo Vanessa, so kommen wir doch noch mal zusammen. Es tut mir leid. Vor allem für deinen Mann und deinen kleinen Sohn. Ich werde ihnen schon eine traurige Geschichte von einem Autounfall mit Brand erzählen. Traurig, traurig. Aber du verstehst das bestimmt. Ich muss ja dein Ableben irgendwie erklären. Aber jetzt lernst du Jens kennen und wirst mich verstehen. Er ist ein Gott.“ „Ein Gott? Ich glaube nur an einen Gott und der wird mir hier auch raushelfen. Gott hilft denen, die sich selbst helfen. Du kennst mich – ich habe schon einiges erlebt. Ich werde auch das hier überleben.“ „Das habe ich schon immer an dir geschätzt. Dein Optimismus. So groß und unbeirrbar, dass ich manchmal kotzen wollte.“ „Ich verstehe nicht, wenn ich dich so ankotzte, warum warst du meine Freundin?“ „Ich war neidisch auf dich. Ich wollte dein Leben oder wenigstens so nah daran teilhaben wie es ging. Dein Mann ist übrigens toll. So treu und er liebt dich. Er war total immun gegen Annäherungen meinerseits. Hat er dir je davon erzählt? Ach wie blöd, dann wärst du ja nicht hier. Wie schusselig von mir. Aber du kennst mich ja.“

„Anscheinend nicht gut genug.“ Murmelte ich.

Sie stießen mich vor sich her in einen Schuppen. Da stand schon Eva und schrie einen Mann an – wohl ihren Mann. Daneben stand ein weiterer Mann. Etwa 1,80 Meter, schlank durchtrainiert. Graumelierte volle Haare. Recht ansehnlich. „Vanessa, schön, dass du zu uns gestoßen bist. Jetzt werden wir auch eine Lösung finden. Aber erstmal heiße ich euch willkommen in eurem Unterschlupf.“ Er öffnete eine Tür zu einem Schuppen und wir wurden hinein gestoßen. „Wir haben noch was zu erledigen. Aber sobald wir geklärt haben wie wir weiter machen, wird euch Kevin dann holen. Solange macht es euch einfach gemütlich hier.“ Damit schloss er die Tür hinter uns.

„Was ist passiert?“ Fragte ich Eva. „Sie haben uns wohl doch erwartet. Ich hatte mich gerade platziert um einen guten Blick auf dich zu haben, als ich nieder geschlagen wurde. Es tut mir leid, ich habe es versaut.“ „Ach quatsch – ich war ja auch nicht wirklich erfolgreich. Dieser Kevin hätte mich fast vergewaltigt. Dieser Widerling.“ Mich schüttelte es an den Gedanken, wo seine widerlichen Hände überall waren. „Was machen wir jetzt?“ Von der starken Frau, die aus dem Schlamm entstieg, war im Moment nicht viel übrig. Aber ich fühlte mich auch nicht gerade stark und mutig. Wenn wir keine Lösung fanden, würden wir sterben. Ich dachte an meinen Sohn und Mann. Würde ich sie wiedersehen? Im Moment kam mein Optimismus etwas ins Wanken. Mühsam stand ich auf. Ich blickte mich in dem Schuppen um. Er war alt und klapprig. Ein kräftiger Windstoß oder ein pustender Wolf, würde ihn umwehen. Ich ging die Wände entlang und tastete sie mit meinen am Rücken zusammen gebundenen Händen ab. Vielleicht fand ich einen Nagel oder scharfe Kante, die die Fesseln durchscheuern könnten. Stark in der Bewegung eingeschränkt, viel es mir schwer mich hoch und runter zu bewegen, aber man sollte nicht glauben, wie beweglich man in einer tödlichen Situation wurde. Hier war er – der Notnagel. Ich setzte mich davor und versuchte die Fessel damit auszufransen. Ich stach, rubbelte und schabte. Es war anstrengend und schmerzhaft. Ich traf mehr die Haut neben den Fesseln als die Fesseln selbst. Ich wollte gerade aufgeben, als ich einen kleinen Ruck in den Fesseln spürte. Ich hatte es geschafft. Sie waren fast durch. Ich konnte es kaum glauben. Dann rissen sie. Oh – wie gut, dass sie keine besseren Materialien für Fesseln hatten. Schnell entledigte ich mich meiner und rutschte zu Eva. Sie wirkte im Moment eher als hätte sie aufgegeben. Schnell löste ich ihre Fesseln und drehte sie zu mir. „Hör zu, wir schaffen das und die werden bezahlen. Wir müssen erstmal hier raus. Hilf mir aus diesem maroden Schuppen eine Waffe zu machen. Schau nach losen Brettern oder sonst was, mit dem wir schlagen können, wenn dieser eklige Kevin kommt, wird er Platt gemacht. Der fingert keine  mehr an. Igitt.“ Gemeinsam klopften wir jedes Brett und jede Diele ab. Ich fand eine lose Bodendiele. Meine Finger passten gerade so in den Spalt. Aber dieses Brett heraus zu ziehen, erwies sich als äußerst schwer. Meine Fingernägel rissen bis zum Fleisch ein. Eva kam neben mich – gemeinsam versuchten wir dieses verdammte Brett herauszureißen. Endlich krachte es. Ich fiel auf meinen Hosenboden und Eva konnte sich gerade noch so auffangen. Wir lachten. Ein Hoffnungsschimmer. Der war wichtig – sonst hätte ich Eva noch verloren. „Schnell – hier ist es hohl drunter. Wenn wir noch paar Bretter raus bekommen, können wir vielleicht untern drunter durch.“ Meinte ich. Ich sag euch – ich werde nie wieder einem Film glauben. Das sieht immer so leicht aus. Selbst jetzt wo schon ein Brett draußen war, gestaltete sich das Ganze als unfassbar schwierig. Aber wir schafften noch vier weitere Bretter. Für mehr hatten wir keine Kraft mehr. Jetzt wünschte ich mir Annette her. Sie war wesentlich schmaler als wir. „Ich passe da bestimmt nicht durch.“ Meinte Eva. Ich blickte sie an. Sie hatte wirklich breitere Schultern und Becken als ich. Ich dafür Bauch – aber der gab ja nach. „Okay – ich versuche wie weit ich komme. Behalte die Tür im Auge.“  Ich krabbelte in dieses flache Loch und schob mich Millimeter für Millimeter voran. Das war eng – im Sarg hatte man mehr Platz. Bloß nicht in Panik verfallen, du hast keine Angst vor engen Räumen und du bleibst nicht stecken. Sagte ich mir. Ich kam tatsächlich ganz gut voran, bis ich an einen Widerstand gelangte. Hier war der Schuppen wohl zu ende. Jetzt musste ich versuchen mich frei zu graben. Mit meinen eingerissenen Fingernägeln fing ich an zu buddeln. Ich musste drauf achten leicht nach oben zu graben. Langsam wurde es wirklich warm hier – mir ging die Luft aus. Daran hatte ich ja gar nicht gedacht. Klar – hier kam ja kein frischer Sauerstoff hin. Langsam wurde mir schummrig. Oh weh, wenn ich  nicht gleich durchbrach würde ich hier ohnmächtig werden. Eva würde denken ich hätte sie alleine gelassen und ich würde hier elend ersticken. Die Panik kam und sie kam heftig. Und ich nutzte sie um noch schneller zu graben. Und endlich – ich stiess mit der Hand ins Freie. Sauerstoff – ich schnappte nach Luft, wie eine ertrinkende. Oh süßer Sauerstoff. Ich wollte mich gerade weiter voran graben als ein Ruck durch meinen Körper ging. Jemand zog an meinen Beinen. Ich wurde grob zurück in den Schuppen gezogen. Kevin. Krampfhaft versuchte ich mich festzuhalten. Aber ich konnte nur Erde zu fassen bekommen. Als ich wieder im Schuppen war, sah ich, dass Kevin noch  mehr Dielen herausgerissen hatte. Anscheinend hatte ich durch den Sauerstoffmangel dies nicht gehört. Ich lag auf dem Schuppenboden und blickte nach oben an die Decke. Was jetzt. In dem Moment durchfuhr mich ein stumpfer Schmerz an der Seite. Kevin trat auf mich ein. „Du kleine Schlampe. Was hast du gedacht, dass du dich da rausgraben kannst. Bist du dämlich. Das hätte ewig gedauert. Hahahaha. Ihr Weiber seid doch echt dumm. Nur gut um gefickt zu werden.“ Ich krümmte mich am Boden und versuchte durch meinen Schmerz Eva zu finden. Sie lag ebenfalls gekrümmt in der Ecke. Unsere Flucht war erstmal vorüber. Erstmal.

Während Kevin auf mich einschlug und trat versuchte ich mich von ihm weg zu bewegen, was sich immer schwerer gestaltete. Während ich auf dem Boden voran robbte, stieß ich mit den Fingern an einen Gegenstand. Automatisch griff ich danach. Es war ein Nagel. Er musste herausgesprungen sein, als die Dielen herausgerissen wurden. Er war lang. Durch Schmerzen war mein Denken eingeschränkt, aber mein Instinkt funktionierte. Ich wurde schlaff und ließ ihn denken, ich sei bewusstlos. Ich konnte mir denken, dass er diese Situation in ekligster Weise ausnutzen würde. Er drehte mich auf den Rücken und fing an mir rumzufingern. Ich ekelte mich wahnsinnig. Wie furchtbar so unfreiwillig begrabscht zu werden. Der Nagel lag in meiner Hand. Ich legte ihn mir zwischen Zeige und Ringfinger. Wie bei dem Bügel des BHs, hatte ich vor ihn irgendwo rein zu rammen. Was auch immer ich treffen würde. Langsam schob er sich über mich drüber. Er fummelte an seiner Hose um sie zu öffnen. Es war unerträglich. Als sein Gesicht etwa in der Höhe meines Gesichtes war, holte ich aus und stieß zu. Der Nagel drang tief in sein Ohr ein. Er schrie fürchterlich. Ich stieß ihn von mir runter. Zu schwach um ihn wirklich noch stärker zu verletzen. Der Nagel ragte aus seinem Ohr und ich haute immer weiter drauf – er schrie und schrie. Meinen Slip, den er mir ausgezogen hatte lag in greifbarer Nähe. Ich schnappte ihn mir und stopfte ihn in seinen offenen Mund um den Schrei zu ersticken. „Hier du stehst doch auf meinen Geruch und Geschmack. Friss das. In dem Moment erfasste Eva die Situation und stand unter Schmerzen auf. Während ich weiter auf den Nagel und seine Nase einschlug, kam sie gekrümmt auf uns zu. Ich sah eines der herausgerissenen Bretter in der Hand. Sie holte aus und ich rollte mich von Kevin herunter. Dann krachte das Brett auf sein Gesicht. Der Slip dämpfte den Schrei. Er fing an zu gurgeln. Sein Gürtel. Ich schnappte mir seinen Gürtel und legte ihn um seinen Hals. Ich zog dran, war aber nicht stark genug. „Eva, hilf mir. Ich schaffe es nicht alleine.“ Gemeinsam zogen wir an dem Gürtel. Wir saßen hinter ihm und stemmten unsere Füße gegen seine Schultern – wir zogen, zogen, zogen bis es leicht knackte. Seine Gegenwehr hörte auf. Er war tot. „Schnell, wir müssen weg. Ich zog meinen Slip aus seinem Mund – er war feucht. Ich ekelte mich – aber besser so, also ohne was. Ich schlüpfte in den feuchten Slip und schnappte mir sein Messer, das an seinem Gürtel hing. Sonst hatte er keine Waffen bei sich. Eva stütze mich und wir humpelten aus diesem Schuppen. Es war dunkel – ein Glück für uns, dass keiner mit einer Flucht von uns rechnete. Wir humpelten in Richtung Wald und ließen uns in das Dickicht fallen. „Nur ganz kurz.“ Meinte Eva. „Wir können nicht lange hier bleiben. Sie werden bestimmt bald nach Kevin schauen. Bis dahin müssen wir so weit wie möglich weg sein. Einen Unterschlupf finden.“ Ich dachte ich würde sterben. Mein gesamter Körper war nur noch ein Schmerz. Am liebsten hätte ich mich wirklich zum Sterben hier hingelegt. Egal. Ich war am Ende. Bilder blitzen vor meinen geschlossenen Augen auf. Mein kleiner Engel mit seinem Vater, der mir immer treu war und mich bedingungslos liebte. Für sie musste ich überleben. Ich richtete mich auf. „Gut, lass uns gehen. Es wird Zeit das Ganze zu beenden. Ich will endlich heim.“ „Sehr gut. Dann lass uns den Finalen Schlag einleiten.“ Große Worte – aber wir wussten  noch gar nicht was wir machen sollten. Übrig waren jetzt nur noch Jens, Maja und Evas Mann, aber wir waren angeschlagen. Also mussten wir eine Taktik entwickeln.

 

Finale  HIER

 

3 Gedanken zu „[#WritingFriday] Week 14 – eine tödliche Lüge Part 4“

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